Lucky 31 Wetten bei deutschen Wettanbietern – der Preis der Vollabdeckung
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Eine Lucky 31 ist keine Wette. Sie ist ein Bündel aus 31 Wetten auf fünf Auswahlen, und der Betrag, den Sie im Feld „Einsatz“ eintragen, gilt nicht für das Bündel, sondern für jede einzelne dieser 31 Wetten. Wer vier Euro einträgt und mit vier Euro rechnet, hat den teuersten Irrtum dieses Formats schon gemacht. Der Wettschein nimmt 124 € an. Der Unterschied zwischen verstanden und nicht verstanden liegt hier bei einem Faktor, und er liegt auf der Rechnung des Lesers.
Das ist die Geschichte, die diese Seite erzählt: nicht was eine Lucky 31 ist, sondern was sie nimmt. Dass 31 Einzelwetten aus fünf Ergebnissen entstehen, ist Arithmetik. Was diese Arithmetik mit dem Spielkonto macht, ist eine Entscheidung — und sie fällt an jeder Stelle dieses Formats neu, beim Einsatz, beim Quotenabschlag, beim Höchstgewinn, beim Einzahlungslimit.
Zuerst die Bremse: Einzahlungslimit, Sperrsystem und der eigene Einsatz
Wer eine Lucky 31 spielt, hat selten ein Wettproblem. Wer zehn spielt, vielleicht. Deshalb steht die Spielerschutzseite dieses Formats nicht am Ende, wo Marketingtexte sie hinstellen, sondern am Anfang — denn ihr Kern ist genau der Mechanismus, der ein Bündel aus 31 Wetten in eine teure Angelegenheit verwandelt.

Das Einzahlungslimit beträgt in Deutschland standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, abgewickelt über die LUGAS-Limitdatei. Wer mehr will, braucht einen Anbieter, dessen Erlaubnis das hergibt, und einen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit — eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein Anbieter kann für einzelne Personen bis zu 10.000 € einräumen, 10.000 bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.
Diese sieben Tage sind der Teil, den niemand bewirbt. Eine Erhöhung des eigenen Limits wirkt nicht auf den Wettschein, der gerade fertig ist, sondern auf den nächsten. Für die Lucky 31 heißt das: Wer sein Monatslimit für ein Bündel ausschöpft, merkt es nicht am Einsatz pro Wette, sondern am Ende des Monats. Die 31 Wetten verschwinden einzeln, das Limit verschwindet als Summe.
Und die Summe ist nicht klein. Wer das Limit von 1.000 € in Wetten dieser Bauart steckt, kann damit je nach Einsatzhöhe nur eine Handvoll Scheine spielen. Ein einzelnes Bündel mit 1 € pro Linie kostet 31 €. Mit 5 € pro Linie sind es 155 €, mit 10 € schon 310 €. Vier Scheine dieser Größe, und der Monat ist für einen Standardrahmen vorbei. Der Schutzmechanismus trifft also ausgerechnet das Format, das am wenigsten nach einem großen Einsatz aussieht. Das ist keine Kritik am Limit. Es ist die Einsicht, die man braucht, bevor man den Einsatz einträgt.
Neben dem Limit steht die Sperre. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Anmeldung und beim Login abgefragt wird. Wer sich dort mit einer Frist einträgt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Angabe einer Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-stündige Blockade aus. Beides gilt bei lizenzierten Anbietern und bei keinem einzigen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis — offshore ist an weder OASIS noch LUGAS angeschlossen. Ein Spieler, der sich bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag sperren lassen will, hat kein Werkzeug dafür. Er hat nur die eigene Disziplin, und die ist die schlechteste Absicherung dieses Formats.
Parallelspielen ist nach § 6h GlüStV verboten und wird über die Aktivitätsdatei überwacht. Das klingt nach Bürokratie, hat aber eine sehr konkrete Bedeutung für ein 31-Wetten-Bündel: Ein Anbieter darf nicht als Ausweichstelle dienen, wenn der andere gerade limitiert ist. Wer also glaubt, die Limitdatei mit einem zweiten Konto umgehen zu können, plant gegen ein System, das genau dafür gebaut wurde.
Verifizierung gehört an dieselbe Stelle. Ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifizierung nach § 6a GlüStV — und ein Anbieter darf vor der Verifizierung höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen. Diese 72 Stunden sind für eine Lucky 31 besonders unangenehm: Wer sich in diesem Fenster für ein Bündel entscheidet und es trifft, kann nicht auszahlen. Gewinne werden ohnehin erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Das Warten beginnt also nicht bei der Verifizierung, sondern vorher.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt. Klingt selbstverständlich, ist bei einem Format mit fünf Auswahlen und 31 Wetten aber der Punkt, an dem Jugendliche typischerweise ankommen: über einen Kumpel, einen Account in dessen Namen, einen „kleinen“ Schein. Die Verifizierung existiert genau, um das zu verhindern.
Rechnen, bevor man spielt: der Bauplan der Lucky 31
Die Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. So beschreibt die englischsprachige Wikipedia das Konstrukt, und der Satz enthält alles, was man wissen muss: fünf Auswahlen, volle Abdeckung, Einzelwetten inklusive.

Vollständige Abdeckung über fünf Auswahlen bedeutet: alle Kombinationsmöglichkeiten werden gespielt. Aus fünf Auswahlen lassen sich fünf Einzelwetten bilden. Dazu kommen alle Zweierkombinationen (zehn), alle Dreierkombinationen (zehn), alle Viererkombinationen (fünf) und die eine Fünferkombination. Zusammen sind das 31 Wetten.
Dass diese Zählung nicht nur eine ausländische Rechenregel ist, zeigt die Systemtabelle von ODDSET: Das System „ALL“ ergibt bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten, nämlich Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Damit ist der Name erklärt — „Lucky 31“ heißt schlicht: die Zahl der Wetten steht im Titel. Wer eine Lucky 15 spielt, spielt dieselbe Familie mit vier Auswahlen; 4 Einzel, 6 Doppel, 4 Dreier, 1 Vierer sind 15. Die Fünfer-Variante fügt eine Auswahl und eine ganze Ebene hinzu: 5 + 10 + 10 + 5 + 1.
Wichtig ist die Rolle der Einzelwetten. Bei einer gewöhnlichen Kombiwette ist ein Fehler unter fünf Auswahlen das Ende des Scheins. Bei der Lucky 31 zahlt auch ein Treffer allein — die Einzelwette wird ausgezahlt, alle Kombinationen, an denen der Verlust beteiligt ist, verfallen. Das ist der Vorteil. Der Preis dafür ist, dass die Einzelwetten den Gesamteinsatz nach oben treiben: Es sind die Kombinationen, die das Geld kosten, aber die Einzelwetten, die den Schein überhaupt überleben lassen.
Was eine Lucky 31 kostet und was sie zurückgibt: die Zahlen
Die Einsätze multiplizieren sich, die Quoten ebenfalls. Wer das verwechselt, plant mit dem falschen Betrag. Hier ist die Rechnung für einen Beispielschein mit fünf Auswahlen zu Quoten von 1,50, 2,00 und 2,50 und 1 € pro Linie — ein Beispiel, kein Angebot.
Bei 1 € Einsatz pro Linie kostet der Schein 31 €, denn jede der 31 Wetten wird einzeln gesetzt. Das ist die erste Zahl, die man kennen muss, und die einzige, die garantiert eintritt.
Die Auszahlung folgt der Formel: Rückzahlung = Einsatz × Quote; der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Für die Einzelwetten heißt das: eine Wette zu 1,50 zahlt bei 1 € Treffer 1,50 € zurück, macht 0,50 € Gewinn. Eine zu 2,00 zahlt 2,00 € zurück, 1,00 € Gewinn. Eine zu 2,50 zahlt 2,50 € zurück, 1,50 € Gewinn.
Für die Kombinationen multiplizieren sich die Quoten zu einem gemeinsamen Preis. Zwei Auswahlen zu 2,00 und 2,50 ergeben zusammen 5,00 — der Dollar, äh, der Euro von 1 € Einsatz wird zu 5,00 €. Drei Auswahlen zu 1,50, 2,00 und 2,50 kommen auf 7,50. Vier Auswahlen mit denselben Quoten — bei drei verschiedenen Quotenwerten und vier Ziehungen aus fünf Positionen sind nicht alle Kombinationen gleich zusammengesetzt — erreichen je nach beteiligten Quoten Werte von rund 7,50 bis 11,25 bei 1 € Einsatz. Die eine Fünferkombination aus allen fünf Auswahlen kommt auf 1,50 × 2,00 × 2,50 × 2,00 × 1,50 — je nach Verteilung der drei Quotenwerte auf fünf Positionen — und ergibt je nach Zuordnung ein Produkt im Bereich von etwa 22,50 bis 33,75.
Die Bandbreite ist der Punkt, nicht die einzelne Zahl. Wer nicht weiß, welche der fünf Auswahlen welche Quote trägt, kann den Rückfluss dieses Scheins nicht vorher ausrechnen. Er kann nur wissen, dass die Summe aller Rückzahlungen bei vollem Erfolg die Summe aller Einzel- und Kombirückflüsse ist — und dass diese Summe nur bei einem perfekten Schein vollständig anfällt. Fällt eine Auswahl, verschwindet jede Wette, an der sie beteiligt ist. Bei zwei Fehlern bleiben die Einzelwetten der drei Treffer und die eine Dreierkombination aus diesen drei.
Was der Leser daraus mitnehmen soll: Der Gesamteinsatz ist eine feste Zahl. Die Auszahlung ist ein Bereich, der von den Quoten der fünf Auswahlen und ihrer Zuordnung abhängt. Planen Sie mit der festen Zahl.
Quotenabschlag, Wettsteuer und der stille zweite Preis
Ein Wettschein hat zwei Preise. Der eine steht im Einsatzfeld. Der andere steht in den Geschäftsbedingungen, und er ist bei deutschen Anbietern unterschiedlich hoch.
ODDSET erhebt laut seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette — den Quotenabschlag. Maßgeblich für die Auszahlung ist der Nettogewinn nach Abzug dieser Gebühr. Bei einer Gewinnwette zahlt der Anbieter also nicht die Quote aus, sondern die Quote minus fünf Prozent. Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns ein. Wer die Lucky 31 bei einem Anbieter spielt, der einen solchen Abzug auf den Gewinn vornimmt, zahlt ihn auf jede der 31 Wetten — und damit auf jede Kombination, die trifft.
Die Sportwettensteuer selbst, §§ 16–25 RennwLottG, beträgt 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz, der gezahlt wird, minus die Steuer selbst“ — das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst; wie er es tut, steht in seinen eigenen Bedingungen. Die Sportwettensteuer (rund 5,03 % des eingezahlten Betrags) ist eine Abgabe des Veranstalters, kein fixer Prozentsatz des Einsatzes.
Bei 31 Wetten ist der Unterschied spürbar. Ein Abzug von 5 % auf den Gewinn ist bei einer Einzelwette ein Detail. Über 31 Zeilen summiert er sich zu einem Betrag, der die Differenz zwischen zwei Anbietern ausmachen kann — ohne dass sich deren Quoten auch nur um einen Zehntelpunkt unterscheiden. Wer zwei Anbieter vergleicht, sollte also nicht nur die Quote lesen, sondern die Stelle, an der der Abzug steht.
Einordnung und Vergleich: die Lucky 31 im deutschen Markt
Der deutsche Markt für Systemwetten ist kein Markt mit 30 Anbietern. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht im Stand vom 2. Oktober 2026 auf 30 Einträgen: 27 Anbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei auch für Pferdewetten, und drei Anbieter mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis. Alle gelisteten Domains sind .de-Domains — aber eine .de-Domain allein beweist nichts.
Für die Lucky 31 entscheidend ist etwas anderes: Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, nimmt Sportwetten an. Ein Halter mit einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hat damit keine Sportwetten-Erlaubnis. Wer also prüft, ob er eine Systemwette spielen kann, schaut nicht auf die Marke, sondern auf den Eintrag: Sportwetten.
Der zweite Punkt ist technisch und praktisch zugleich. Die Lucky 31 enthält Einzelwetten und Kombinationen bis zu fünf Auswahlen. Nicht jedes Wettprogramm eines Anbieters muss jede dieser Kombinationstiefen anbieten; was angeboten wird, folgt dem Sportwettprogramm, das die GGL genehmigt hat — Einzel- und Kombinationswetten auf Ergebnisse und Ereignisse (§ 21 Abs. 1). Wer eine Lucky 31 bauen will, sollte deshalb vor dem Schein prüfen, ob der Anbieter System- oder Full-Cover-Wetten mit fünf Auswahlen wirklich führt, und ob die Einzelwetten enthalten sind. Der ODDSET-Beleg zeigt, dass es geht.
Die Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich
| Brand | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Besonderheit des Angebots |
|---|---|---|---|
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis, Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 | Freebet-Aktion für Kombiwetten mit drei Auswahlen ab Gesamtquote 4,00 |
| Wettarena | Sportwetten-Erlaubnis, I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020 | Höchstgewinn bis 250.000 € pro Wettschein und Woche |
| bwin | Sportwetten-Erlaubnis, bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | Cashout, Live-Streams, Kombi- und Quoten-Boost in der App |
| AdmiralBet | Sportwetten-Erlaubnis, Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 | Sportwetten-Erlaubnis mit Folgeerlaubnissen bis 2024 |
| LeoVegas | Sportwetten-Erlaubnis, LVSports Limited | 21.10.2024 | Jüngster Sportwetten-Eintrag im Feld |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis, Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | Steuer 5 % des Wetteinsatzes und 5 % des Bruttogewinns laut Wettregeln |
| Tipico | Sportwetten-Erlaubnis, Tipico Co. Limited | 09.10.2020 | Sitz in San Ġiljan auf Malta, gegründet 2004 |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis, Betway Limited | 09.03.2021 | Cash-Out unter „Meine Wetten“, Wettkonfigurator+ |
| ODDSET | Sportwetten-Erlaubnis, Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 | Systemtabelle mit „ALL“ = 31 Wetten bei fünf Tipps; Quotenabschlag 5 % |
| bet365 | Sportwetten-Erlaubnis, Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 | Boost für den Wetten-Konfigurator ab drei Auswahlen und Quote 2,00 |
Die dritte Spalte ist die unbequeme. Vier Anbieter tragen dort den 09.10.2020 — das ist kein Zufall, sondern der Starttag des lizenzierten Marktes. Wer danach kam, kam später: Betway im März 2021, MERKUR BETS im November 2023, LeoVegas erst im Oktober 2024. Die Erlaubnis läuft jeweils fünf Jahre (§ 4c Abs. 1); die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum. Wer aus dem Jahr einer Erlaubnis auf deren Restlaufzeit schließt, rechnet mit einer Zahl, die die Liste nicht hergibt.
Die letzte Spalte ist die subjektive, und sie ist der Grund, warum dieser Vergleich existiert. Auffällig viele der genannten Funktionen — Cashout, Live-Streams, Konfiguratoren, Boosts — schließen Systemwetten ausdrücklich aus. Bei Winamax etwa ist Cashout bei Systemwetten nicht möglich; bei Sportingbet ebenso wenig, und bei mit Freebets platzierten Wetten ebenfalls nicht. Wer also glaubt, eine 31-Wetten-Konstruktion mit Cashout absichern zu können, sollte in den Bedingungen nachsehen, bevor er den Schein abschickt. Die beiden Funktionen, die dieses Format ausmachen — Vollabdeckung und Einzelwettenschutz —, sind genau die, die viele Zusatzangebote nicht bedienen.
Woran man den richtigen Anbieter erkennt: Erlaubnis und Recht
Bei einem Format mit 31 Wetten ist die Rechtsfrage keine Formalität. Sie ist der Unterschied zwischen einem Schein, den man einklagen kann, und einem, den man nicht einmal nachschlagen kann.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt unter dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und überwacht sie (§ 28a). Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL. Der einzige belastbare Test einer Erlaubnis ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV.
Was in Deutschland erlaubt ist, ist eng umrissen: Festquotensportwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts und auf Ereignisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1) — und nur Wetten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind: nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja; nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball nein. Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — nach GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur —, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Für virtuelle Sportarten ist eine rechtliche Einordnung nicht getroffen.
Cashout ist ein Sonderfall, und wer eine Lucky 31 spielt, sollte ihn kennen: Eine gesetzliche oder behördliche Regel dazu ist nicht gefunden. Cashout ist ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, mit den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Diese Seite beschreibt es deshalb nirgends als Recht, sondern nur als Angebot.
Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Ein gesetzliches Höchstlimit pro Wette gibt es im Sportwettenrecht nicht — Höchstgewinne sind Sache der AGB. Das ist bei 31 Wetten relevant, weil ein Bündel den Gewinn nach oben treiben kann und dann die Grenze des Anbieters greift, nicht eine des Gesetzes.
Was ohne deutsche Erlaubnis auf dem Spiel steht
Wer in Deutschland Sportwetten anbietet, ohne die deutsche Erlaubnis zu haben, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten — am 17. September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang „Platincasino“ namentlich.
Für den Spieler ist die praktische Folge wichtiger als der Paragraf. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hängt an keinem OASIS und an keiner LUGAS-Datei. Das bedeutet: keine Sperre, die wirkt, kein Einzahlungslimit, das ihn bindet — und keine deutsche Aufsicht, an die man sich wenden könnte, wenn eine Auszahlung ausbleibt. Bei einer Lucky 31 mit 31 Zeilen, von denen manche Anbieter einzelne Kombinationen gar nicht auswerten wollen, ist das kein theoretisches Risiko.
Auf der anderen Seite steht die Konsequenz für den Anbieter. Veranstalten nach § 284 StGB: bis zu zwei Jahre Freiheitstrafe oder Geldstrafe. Werbung dafür: bis zu einem Jahr. Beteiligung nach § 285 StGB: bis zu sechs Monate oder Geldstrafe. Verfahren gegen einzelne Spielende sind nicht festgestellt — das ist weder ein Freibrief noch ein Grund, hier Drama zu machen.
Zivilrechtlich ist Bewegung in der Sache. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus. Wer heute auf eine Rückzahlung spekuliert, spekuliert.
Verboten sind zudem Werbung für nicht erlaubte Angebote und bestimmte Werbeformen: Werbung darf nur von Erlaubnisinhabern kommen (§ 5 Abs. 7). Die Sperre von 06:00 bis 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung in demselben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Offiziellen, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Und ein Punkt, der jeden Vergleichstext betrifft: Das GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder deckelt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen der Anbieter.
Geldwäscherechtlich gilt § 6b Abs. 4 GlüStV: Zahlungen sind nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt heraushält. Guthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).
Die Anbieter im Einzelnen: zehn Erlaubnisinhaber und was ihre Regeln kosten
Jeder Eintrag unten ist ein Anbieter, dessen Sportwetten-Domain auf der GGL-Whitelist steht, im Stand vom 2. Oktober 2026, mit dem Halter, den die Liste nennt. Das ist keine Rangfolge und keine Empfehlung. Die Angebote sind so beschrieben, wie die deutschen Bedingungen der jeweiligen Anbieter sie darstellen — nicht so, wie eine Werbeseite sie zusammenfasst.
MERKUR BETS: der Freebet-Ansatz und seine Frist
Hinter MERKUR BETS auf MERKUR BETS steht laut Whitelist die Merkur Bets Malta Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 06.11.2023 erstmals erteilt — MERKUR BETS ist damit einer der später gestarteten Anbieter im lizenzierten Feld. Ein Enddatum nennt die Whitelist nicht.
Der MERKUR BETS CLUB schüttete für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus. Die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025.
Was das kostet, steht in den Bedingungen und nicht in der Überschrift. 25 € Wocheneinsatz sind die Eintrittskarte, und wer eine Lucky 31 spielt, erreicht diese Schwelle schnell — bei 1 € pro Linie kostet ein einziger Schein 31 €. Nur: Die Lucky 31 ist keine Kombiwette und kein Betbuilder im engeren Sinne, sondern eine Systemwette. Ob ein Systemwettschein auf die Aktion anrechnet, entscheidet die Aktionsbedingung, und diese Frage sollte man vor dem Schein stellen und nicht danach. Die 5 € Freebet sind zudem kein Geld, sondern ein Guthaben, das nach den Maßstäben dieses Formats einen Bruchteil der 25 € Wocheneinsatz bewegt. Die Aktion ist beendet; was bleibt, ist die Mechanik solcher Club-Angebote — eine kleine Gutschrift gegen ein großes Einsatzvolumen.
Wettarena: ein Höchstgewinn mit einer Bedingung, die man überliest
Wettarena wird laut Whitelist von der I.B.C. Sportsbetting Limited betrieben, mit einer erstmals am 09.10.2020 erteilten Sportwetten-Erlaubnis und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.
Der Höchstgewinn bei Wettarena kann laut AGB bis zu 250.000 € pro Wettschein und pro Woche betragen. Ohne Kundenkonto können Gewinne über 1.999,99 € nicht ausgezahlt werden.
Die zweite Zahl ist die wichtigere, und sie ist der Grund, warum dieses Bündel mehr als nur eine Sportwette ist. Eine Lucky 31 kann rechnerisch hohe Beträge erreichen — fünf richtige Auswahlen multiplizieren sich zu einem großen Produkt, und die Kombinationen darunter tragen ebenfalls dazu bei. Wer den Schein anonym spielt, kommt über 1.999,99 € nicht hinaus, egal wie gut der Schein war. Und die 250.000 € sind ausdrücklich ein Kann-Wert: „kann betragen“ heißt, dass die AGB diese Obergrenze vorsehen, nicht dass jeder Treffer bis dorthin ausgezahlt wird. Bei einem Bündel mit 31 Zeilen sollte man beide Zahlen kennen, bevor man den Einsatz einträgt.
bwin: Cashout und Boosts, soweit sie Systemwetten berühren
Für bwin nennt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited als Halterin; die Sportwetten-Erlaubnis wurde erstmals am 09.10.2020 erteilt, eine Folgeerlaubnis folgte am 23.12.2022.
Die „bwin – Sportwetten App“ wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost.
Das ist ein funktionsreiches Paket, und für die Lucky 31 zählt der Teil, der fehlt. Kombi-Boost richtet sich an Kombiwetten, nicht an Systemwetten — wer eine 31-Wetten-Konstruktion spielt, wird von einem Boost auf die Kombi in der Regel nicht profitieren. Cashout ist anbieterabhängig und je nach Wettart ausgeschlossen; die genannten Bedingungen sind bwin-eigene Bedingungen, keine Regel des GlüStV, denn eine solche existiert für Cashout nicht. Wer hier spielt, sollte also nicht mit dem Boost für den Schein rechnen, sondern mit dem Boost für Teilstrecken.
AdmiralBet: eine Erlaubnis mit drei Daten
AdmiralBet wird laut Whitelist von der Greentube Betting Malta Limited betrieben, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.
Die beiden letzten Sätze gehören getrennt gelesen. Die Sportwetten-Erlaubnis gilt für die Sportwetten-Domain; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln, und sie sagt nichts über das Sportwettenangebot. Wer auf AdmiralBet eine Lucky 31 spielen will, ist auf der Sportwetten-Erlaubnis unterwegs. Die Folgeerlaubnis von 2024 ist das jüngste Datum im Vergleichsfeld und zeigt, dass Erlaubnisse fortgeschrieben werden; ein Enddatum nennt die Whitelist nichtsdestotrotz nicht. Wer wissen will, ob ein Schein heute abgesichert ist, prüft die Liste, nicht das Jahr.
LeoVegas: der späte Starter mit dem klaren Sportwetten-Eintrag
LeoVegas wird laut Whitelist von der LVSports Limited betrieben, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023.
Das ist der jüngste Sportwetten-Eintrag im ganzen Feld, und das hat eine praktische Bedeutung für einen Spieler, der sein Einzahlungslimit plant. Ein Anbieter, der erst im Oktober 2024 in den Sportwettenmarkt kam, hat seine Prozesse für Systemwetten möglicherweise schmaler gebaut als ein Haus, das seit 2020 im Betrieb ist. Ob LeoVegas eine Lucky 31 mit fünf Auswahlen und Einzelwetten im Wettprogramm führt, lässt sich aus der Erlaubnis nicht ableiten — die Erlaubnis sagt nur, dass Sportwetten erlaubt sind, das Sportwettprogramm der GGL sagt, welche Wetten zugelassen sind, und der Wettschein zeigt, was der Anbieter tatsächlich anbietet. Der Weg zur Klarheit geht über den eigenen Schein und nicht über die Whitelist.
Sportingbet: die Steuer, ausdrücklich in den eigenen Regeln
Für Sportingbet nennt die Whitelist die Sportingbet (Deutschland) Limited als Halterin; die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 09.10.2020 erstmals erteilt, eine Folgeerlaubnis folgte am 21.12.2022.
Sportingbet nennt in den Wettregeln eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz × Quote) vom Gewinn ein. Der Höchstgewinn pro Sportwette beträgt nach den Nutzungsbedingungen 100.000 €; innerhalb von sieben Tagen gilt eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn ohne Einsätze, darüber hinaus besteht keine Auszahlungspflicht.
Hier trifft die Kostenperspektive auf zwei Zahlen, die zusammengehören. Der Abzug von 5 % vom Bruttogewinn liegt auf jeder der 31 Zeilen. Und die 100.000 € pro Sportwette sind ein Deckel, der für eine Lucky 31 praktisch nie zum Tragen kommt — die einzelne Kombination müsste schon außergewöhnlich hoch quotiert sein. Relevant ist die Wochenobergrenze von 250.000 €, denn sie bezieht sich auf den Nettogewinn und auf ein Zeitfenster, nicht auf einen Schein. Cash Out ist bei Sportingbet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Wer die Lucky 31 für ihr Sicherheitsnetz spielt — der eine Treffer, der den Schein trägt —, findet hier kein zusätzliches Netz darüber. Zum Wettangebot gehören ein „Konfigurator+“ und Live-Wetten, neben Fußball unter anderem Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.
Tipico: die Malteser Marke mit der breiten Bekanntheit
Tipico wird laut Whitelist von der Tipico Co. Limited betrieben; die Sportwetten-Erlaubnis datiert erstmals auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 09.12.2022. Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.
Der maltesische Sitz ist der Punkt, an dem viele Leser stolpern und an dem die Unterscheidung wichtig wird: Eine Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung, eine deutsche Whitelist-Erlaubnis mit maltesischem Halter dagegen sehr wohl. Tipico ist der zweite Fall. Der Halter sitzt in San Ġiljan, die Sportwetten-Domain steht unter deutscher Erlaubnis, und maßgeblich ist allein der Eintrag in der Whitelist. Wer eine Lucky 31 bei einem Anbieter mit ausländischem Firmensitz plant, sollte also nicht auf den Sitz schauen, sondern darauf, welcher Eintrag den Sportwettenbetrieb deckt. Tipico ist mit einem Klageverfahren konfrontiert, in dem es um Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 geht; das betrifft einen früheren Zeitraum und eine frühere Erlaubnislage und ist kein Urteil über den heutigen Betrieb.
Betway: der Konfigurator und die Grenze beim Cash-Out
Betway wird laut Whitelist von der Betway Limited betrieben, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.
Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien.
Der Konfigurator ist das interessante Werkzeug für dieses Thema, und er ist nicht dasselbe wie eine Systemwette. Er baut eine Kombination aus verschiedenen Partien; die Lucky 31 baut eine Vollabdeckung über fünf Auswahlen. Verwendet man den Konfigurator+ dazu, fünf Auswahlen zu finden, und spielt sie dann als Systemwette, ist man beim Thema. Der Cash-Out ist dagegen — wie bei den meisten Anbietern in diesem Feld — nicht für jede Wettart vorgehalten; wer sein Bündel absichern will, muss vor dem Schein klären, ob die Wettart gedeckt ist.
ODDSET: der Rechner, der im eigenen Programm steht
ODDSET wird laut Whitelist von der Oddset Sportwetten GmbH betrieben; die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 18.11.2020 erstmals erteilt, eine Folgeerlaubnis folgte am 15.12.2022.
ODDSET erhebt laut AGB bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug der Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Und: Laut der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen.
Das ist die einzige Stelle in diesem Feld, an der der Anbieter die Zahl selbst in sein Programm schreibt. Wer wissen will, wie eine Lucky 31 aufgebaut ist, muss nicht suchen; er kann die Systemtabelle aufschlagen. Dass derselbe Anbieter 5 % vom Bruttogewinn einbehält, ist die Kehrseite derselben Klarheit: Die Zahl der Wetten ist offen dokumentiert, der Abzug ebenfalls. Bei einem Schein mit 31 Gewinnzeilen — auch wenn nur ein Teil davon trifft — ist der Abschlag auf jede erfolgreiche Zeile zu entrichten.
bet365: zwei Boosts und ihre Bedingungen
bet365 wird laut Whitelist von der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta betrieben; die Sportwetten-Erlaubnis datiert erstmals auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 27.12.2022.
bet365 bietet auf Bet365.de einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt.
Beide Boosts richten sich an Kombiwetten. Die Lucky 31 enthält die Kombinationen bis zu fünf Auswahlen, aber sie ist als Systemwette strukturiert — ob ein Kombi-Boost auf die Kombinationsanteile eines Systemscheins angewendet wird, ist eine Frage der Anwendungsbedingungen, und die Antwort liegt beim Anbieter und nicht in der Erlaubnis. Die Bedingungen sind zudem präzise: drei Auswahlen sind das Minimum, die kombinierte Quote von 2,00 ist eine Schwelle, und der Prozentsatz des Gewinn-Boosts steigt mit der Zahl der Auswahlen. Wer eine Lucky 31 mit fünf Auswahlen spielt, erreicht die Auswahlschwelle, aber ob die Systemstruktur die Boost-Berechnung übersteht, ist das eigentliche Detail.
Was die Aktion nicht verrät: Bedingungen, die den Wert verändern
Willkommensangebote und Club-Aktionen klingen nach Geschenk und sind in Wahrheit Verträge mit Fristen. Vier Beispiele aus diesem Feld zeigen, wie unterschiedlich die Bedingungen ausfallen.
Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets selbst. Die Einzahlung muss zur Auszahlung allerdings einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Winamax bewirbt sich im Footer seiner Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“; die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Der Winamax-Cashout erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung von Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten; ausgezahlt wird der Betrag erst, nachdem alle Auswahlen beendet sind. Cashout ist nicht möglich bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten.
Bei bpremium können Bonusgewinne aus Sportwetten laut Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Cash Out bietet bpremium bei Einzel- und Kombiwetten an; die Option erscheint unter „Meine Wetten“, ein Angebot für alle Spiele ist nicht garantiert, und Cash Out kann bei eingefrorener oder abgeschlossener Wette oder geänderter Quote abgelehnt werden.
Winamax und bpremium sind hier zwei Muster, nicht zwei Empfehlungen — beide Marken stehen nicht in dieser Übersicht der zehn Erlaubnisinhaber. Das erste Muster: keine Umsatzbedingungen auf die Freebets, dafür eine Umsatzbedingung auf die Einzahlung. Das zweite Muster: die Umsatzbedingung liegt auf Bonus und Einzahlung, das Fünffache auf beides, und sie ist an eine Mindestquote von 1,7 gebunden. Wer eine Lucky 31 mit Freebets kombinieren will, stößt bei beiden Mustern auf dieselbe Wand: Systemwetten sind von den Zusatzfunktionen ausgenommen, und Umsatzbedingungen zählen nur Wetten ab einer Mindestquote, die eine Kombination aus fünf niedrig quotierten Auswahlen schnell unterschreitet.
Dazu kommt das, was in keiner Aktion steht. Der Quotenschlüssel eines Marktes — die Auszahlungsquote, also der Anteil aller Einsätze dieses Marktes, der zurückfließt, berechnet als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) — ist im Preis enthalten. Der Abschlag ist 100 % minus dieser Auszahlungsquote. Er steht nicht auf dem Wettschein, er steckt in der Quote. Wer 31 Wetten spielt, zahlt ihn 31-mal. Und niemand sollte das mit einem Bonus verwechseln: Ein Bonus kann einen Teil des Abschlags für eine Sitzung zurückgeben, aber er ändert die Struktur des Scheins nicht. Diese Seite nennt deshalb an keiner Stelle eine Aktionsprämie als Grund für eine Wette. Sie nennt sie als Kostenposition.
Häufige Fragen zur Lucky 31
Was ist eine Lucky-31-Wette, und woraus besteht sie?
Eine Full-Cover-Wette über fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Aus fünf Tipps entstehen fünf Einzelwetten, zehn Zweier, zehn Dreier, fünf Vierer und eine Fünferkombination — zusammen 31 Wetten. Der Einsatz gilt pro Linie, nicht für den Schein.
Wie viele Wetten ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps?
Laut der Systemtabelle von ODDSET sind es 31 Wetten: Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Die Zahl ist damit anbieterunabhängig nachvollziehbar. Wer den Einsatz wählt, multipliziert ihn mit 31, um den tatsächlichen Preis des Scheins zu erhalten.
Wie unterscheidet sich die Lucky 31 von der Lucky 15?
Die Lucky 15 ist dieselbe Bauart über vier Auswahlen: vier Einzelwetten, sechs Doppel, vier Dreier und eine Viererkombination, zusammen 15. Die fünfte Auswahl bringt fünf Einzel- und zehn Zweierwetten sowie höhere Kombinationen hinzu und hebt die Zahl auf 31. Der Unterschied ist eine Auswahl und sechzehn Wetten.
Wie berechnet ein Lucky-31-Rechner den Gesamteinsatz und die Auszahlung?
Der Gesamteinsatz ist der eingetragene Betrag mal 31. Die Auszahlung ist die Summe der Rückzahlungen aller getroffenen Linien, je ermittelt als Einsatz × Quote, bei Kombinationen als Produkt der beteiligten Quoten. Bei einem Beispielschein mit Quoten von 1,50, 2,00 und 2,50 und 1 € pro Linie liegen die möglichen Rückflüsse je Linie im Bereich von 1,50 € bis rund 33,75 €.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Gewinne aus Systemwetten aus?
Die Steuer nach §§ 16–25 RennwLottG beträgt 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende. Ob und wie er sie weitergibt, regelt jeder Anbieter selbst in eigenen Bedingungen.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Anbieter für Lucky-31-Wetten eine deutsche Erlaubnis auf der Whitelist hat?
Über die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Entscheidend ist der Eintrag unter der Sportwetten-Erlaubnis für die jeweilige Domain; ein Eintrag für virtuelle Automatenspiele deckt keine Sportwetten. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis.
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Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Einzahlungsbonus»
