Tennis Wimbledon wetten 2026 – wo Rasenlogik an ihre Grenzen stößt
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Wer Wimbledon als das Turnier der ruhigen Prognosen verkauft, hat die Regeln nicht gelesen. Bei den Championships spielen die Herren über drei Gewinnsätze und die Damen über zwei, bei 6:6 entscheidet ein Tiebreak bis 7 – und im Entscheidungssatz seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Ein einziger Aufschlagverlust, und aus einem 5:2 im dritten Satz wird ein 5:7. Wer auf einen Spielausgang setzt, setzt auf eine Größe, die sich in den letzten zwanzig Minuten eines Matches vollständig umdrehen kann, und keine Statistik der Welt deckt diese zwanzig Minuten ab.
Dazu kommt die Zwei-Wochen-Logik. Die Championships sind das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und laufen jährlich zwei Wochen ab Ende Juni; 1877 begannen an der Worple Road die ersten Lawn Tennis Championships, und veranstaltet wird das Ganze bis heute vom All England Lawn Tennis and Croquet Club. Die 139. Austragung ist gespielt: Vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 wurde in London auf Rasen gespielt, Jannik Sinner wiederholte im Herreneinzel seinen Vorjahressieg, im Dameneinzel gewann Linda Nosková. Der Spielplan für die nächste Auflage steht noch nicht fest – was bleibt, ist die Mechanik, nach der sich Wetten auf dieses Turnier richten.
Und diese Mechanik ist in Deutschland enger, als die Werbung auf den Trikots vermuten lässt. Ein Anbieter braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Livewetten sind im laufenden Match nur auf wenige Komponenten überhaupt erlaubt, ab 1.000 € Einzahlung im Kalendermonat ist Schluss – und Prognosen sind Einschätzungen, keine Zusagen. Das ist die Grundlage, auf der hier alles Weitere steht.
Wimbledon-Wetten-Tipps und Prognosen: Was Statistik wirklich leistet
Ein Tennisplatz mit Rasenbelag im Morgenlicht, Netz und weiße Linien, im Hintergrund eine ruhige Tribüne.

Wer „Tipps“ hört, denkt an jemanden, der weiß, wie es ausgeht. Den gibt es nicht. Was es gibt, ist eine Menge archivierter Daten: Aufschlagquote, Breakpunkte, Fünf-Satz-Bilanz, Rasenerfahrung, Kopf-an-Kopf-Ergebnisse, körperliche Verfassung nach einem Marathonmatch zwei Tage zuvor. Daraus entsteht eine Einschätzung, und eine Einschätzung ist der Ausgangspunkt jeder Wette – nicht ihr Ergebnis. Der Unterschied ist nicht philosophisch, sondern praktisch: Wer eine Prognose für einen Befund hält, setzt zu groß.
Rasen ist eine eigene Disziplin, und die Zahlen sagen das nur langsam
Rasen begünstigt den Aufschlag stärker als jeder andere Belag, und dieses eine Faktum verschiebt eine ganze Reihe von Kennziffern. Haltequote, Tiebreak-Häufigkeit, die Zahl der Spiele mit wenigen Breaks – alles verschiebt sich gegenüber Sand. Wer Statistiken von einem Hartplatzturnier auf Wimbledon überträgt, misst die falsche Sache. Der belagspezifische Datensatz ist nicht die Kür, er ist das Minimum.
Die Konsequenz schmeckt nicht jedem: Auf Rasen entscheiden mehr Matches über wenige Punkte als auf jedem anderen Belag. Die Kategorie „hochwertiger Aufschläger gegen soliden Returnspieler“ wird dadurch nicht hochwertiger, sie wird nur enger – und wo die Punktdifferenz zwischen zwei Spielern klein ist, ist die Marge Ihres Anbieters nicht klein. Ein Vorteil, den die Statistik von acht Prozent auf vier Prozent drückt, ist noch vorhanden, aber er liegt jetzt in derselben Größenordnung wie der Abzug auf dem Wettschein.
Ein Turniersieger-Tipp ist eine andere Wette als ein Spielausgang
Cluster: die Prognose über zwei Wochen hinweg ist ein mehrstufiges Problem. Sieben Siege bei Herren-Einzeln, jeder gegen einen gesetzten Gegner, Verletzungsrisiko in jedem Match, das Lospech der Auslosung nicht zu vergessen. Wer auf den Turniersieger setzt, setzt eine kleine Wahrscheinlichkeit zu einer großen Quote. Wer auf einen Spielausgang setzt, setzt eine große Wahrscheinlichkeit zu einer kleinen Quote. Die Marge zieht in beiden Fällen ab, aber die Varianz ist unterschiedlich, und deshalb ist ein „sicherer“ Favorit im Turnierbaum nicht dieselbe Risikoklasse wie ein Favorit in der ersten Runde.
Dass die Siegprämie der Einzelsieger bei den Championships 2026 bei jeweils 3.600.000 £ lag, bei einem Gesamtpreisgeld von 64,2 Millionen £ – ein Anstieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr –, sagt über die Motivation der Beteiligten mehr als jede Vorab-Tabelle. Es sagt nichts über den Ausgang. Preisgeld ist ein Reiz für Spieler, nicht eine Kennzahl für Siege.
Wo die Prognose endet: die Setzliste der Verletzungen
Ein Viertelfinale werde wegen Verletzung aufgegeben, der Gegner kassiere kampflos das Spiel – und der Wettschein, der auf einen Spielausgang gesetzt hat, steht vor einer Wertung, die kein Datenmodell vorsieht. Solche Fälle sind in einem zweiwöchigen Turnier mit fünf Sätzen keine Seltenheit. Der Punkt ist nicht, dass Prognosen oft falsch sind. Der Punkt ist, dass sie auf einem Register von Ergebnissen aufbauen, das ab der ersten Aufgabe lückenhaft wird.
Was folgt daraus? Wer Prognosen nutzt, sollte den Einsatz so wählen, dass eine Serie von Fehlurteilen ihn nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Und was bleibt, ist die Regel, die die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder im Rahmen der Erlaubnis setzt: Wetten werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Kein Vorab-Ergebnis, kein Zwischenstand, kein Trostpreis.
Wimbledon-Wetten-Grundlagen: Märkte, Quoten und die Marge dazwischen
Ein Tennisball liegt auf frisch gemähtem Rasen neben einer weißen Linie, Tautropfen glänzen im Gegenlicht.

Die ersten Lawn Tennis Championships in Wimbledon begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road. Damals gab es keine Quoten, keine Kombiwette und keinen Cash Out. Heute steht über jedem Markt eine Zahl, und diese Zahl ist nicht die Wahrheit über ein Spiel – sie ist ein Preis, mit einer Spanne darin.
Die gebräuchlichen Wettmärkte und was sie unterscheiden
Turniersieger oder Gesamtsieger ist die Wette über zwei Wochen, mit der größten Spannweite an Quoten weil eine frühe Niederlage alles beendet. Der Spielausgang (Sieger des Matches) ist die häufigste Wette; sie kann sich auf einen bestimmten Satz oder das ganze Match beziehen. Satzwetten und Handicap-Wetten verschieben die Frage von „Wer gewinnt?“ zu „Mit welchem Abstand?“ und machen dadurch auch den klaren Favoriten interessant. Der beliebteste Markt für den Livebetrieb ist der nächste Satz, weil er während des Matches gesetzt werden kann – die Behörde erlaubt genau diesen Komponententyp. Der nächste Punkt dagegen ist im Tennis nicht erlaubt; dazu im Abschnitt zur Rechtslage mehr.
In Deutschland sind Einzelwetten und Kombinationen (auch Systemwetten) zulässig, und zulässig ist nur, was das von der Behörde genehmigte Wettprogramm vorsieht. Der Katalog ist nicht so frei, wie er auf einer ausländischen Seite aussieht.
Wie aus einer Quote eine Auszahlung wird
Die klassische Rechnung ist die einzige, die Sie wirklich brauchen: Bei einer Einzelwette ist der Rückfluss Einsatz × Quote; der Gewinn vor Steuer ist Einsatz × (Quote − 1). Setzen Sie 20 € auf Quote 2,10, kommen im Gewinnfall 42 € zurück, davon 22 € über dem Einsatz. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Legs zu einem Preis – aus drei Legs zu 1,50, 1,80 und 2,00 wird 5,40. Die Multiplikation klingt verlockend, bis man bedenkt, dass alle drei Legs gewinnen müssen; jeder einzelne Fehlgriff streicht den ganzen Schein.
Und jetzt der Zahnteil, der in dieser Rechnung nicht auftaucht: die Marge.
Die Marge in einem Zwei-Weg-Markt: eine Beispielrechnung
Nehmen wir einen Markt, den es in dieser Form oft gibt: zwei Ausgänge, beide zu einer Quote von 1,90. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ergibt sich aus der Formel 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90). Das sind 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526, also rund 95,0 %. Die Marge ist der Rest: 100 % minus 95 % – und liegt damit bei ungefähr 5 %. Anders gesagt: In diesem Beispiel fließen rund 5 Cent jedes eingesetzten Euros nicht in die Auszahlung, sondern bleiben beim Veranstalter.
Das ist ein Beispiel, kein Zitat. Zwei Wege zu 1,90 sind eine Konstruktion, um die Rechnung sichtbar zu machen. Der Grund, warum das wichtig ist und nicht akademisch: Ein Margin von rund 5 % ist der Abstand, den ein Spieler zuerst überwinden muss. Bei einem echten Rasenmatch liegen die Quoten auf zwei Ausgänge selten symmetrisch, und die Marge eines Anbieters ist selten über alle seine Märkte gleich. Manche Anbieter werben mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“; hinter solchen Sätzen steht oft eine Auswertung, die nur einen Ausschnitt der Spiele betrachtet. Beispiel: Eine Auswertung auf Basis einer Odoxa-Untersuchung zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025 fand den werbenden Anbieter bei 45 % der untersuchten Quoten auf Rang eins. Die andere Hälfte der Quoten bleibt unerwähnt. Wer die Marge vergleichen will, vergleicht dieselbe Partie, denselben Markt, dasselbe Fenster.
Live-Märkte: was mitten im Match möglich ist und was nicht
Tennis ist einer der wenigen Sportarten, in denen eine Livewette auf ein klar umrissenes Komponentenereignis überhaupt statthaft ist. Der nächste Satz ist ein solches Ereignis – die Behörde nennt es ausdrücklich als Beispiel für einen Bestandteil, auf den während eines laufenden Wettbewerbs gesetzt werden darf. Der nächste Punkt dagegen ist es nicht. Diese Grenze ist keine Formalität, sie schneidet die feinkörnige Live-Wette weg, die in anderen Regularien üblich ist.
Für den Spieler heißt das: Die Live-Wette auf Tennis ist auf das Finalergebnis und einige wenige grobe Komponenten beschränkt, und das gilt unabhängig davon, wie viele Schaltflächen eine Wettplattform anbietet. Was ein Anbieter anzeigt und was erlaubt ist, ist nicht dasselbe. Prüfen Sie das Sportwettprogramm, bevor Sie im Match setzen.
Tennis Wimbledon wetten: Anbieter, Spielplan und das Feld der Turnierwochen
Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einem leeren Papier-Wettschein auf einem Tisch am Fenster.
Zwei Wochen Wimbledon bedeuten ein Programm, das dichter kaum sein kann: Herreneinzel, Dameneinzel, Doppel, gemischtes Doppel, parallel laufende Courts, dazu die Juniorenwettbewerbe. Für den Anbieter ist das ein Quotenproblem; für den Spieler eines der wenigen Male im Jahr, in denen zu jeder Tageszeit mehrere frische Märkte offen sind. Das erzeugt eine eigentümliche Verführung: immer etwas, auf das man gerade noch setzen könnte.
Der Spielplan diktiert, wann ein Markt überhaupt existiert
Ein Turniersieger-Markt ist über die vollen zwei Wochen offen. Ein Spielausgang-Markt entsteht, wenn die Auslosung steht, und verschwindet mit dem Match. Ein Satzmarkt ist noch kürzer. Die Konsequenz für das Zeitmanagement: Wer während der Turnierwochen setzen will, muss wissen, welcher Markt zu welchem Zeitpunkt lebt – und die meisten Plattformen zeigen ein Spiel, das noch nicht angesetzt ist, nur als Liste ohne Quoten.
Doppel und gemischtes Doppel sind das Stiefkind des Wettprogramms. Sie laufen im Fernsehen und werden auch live gespielt, aber die Tiefe der Märkte ist dort eine andere als im Einzel. Wer vor allem wegen des Doppels kommt, wird weniger finden als erhofft.
Was die Blockade der Kontinuität ausmacht
Ein Anbieter kann ein Turnier nicht als fortlaufendes Geschäft betreiben, wenn der Spielplan jährlich wechselt, aber mindestens eines bleibt konstant: die zwei Wochen ab Ende Juni. Diese Verlässlichkeit ist der eigentliche Grund, warum Wimbledon im Wettkalender so stabil steht. Im Vergleich zu einem Fußballspielbetrieb über zehn Monate ist es ein kurzes Fenster mit extrem hoher Ereignisdichte.
Für den Spieler ergibt sich daraus eine einfache Regel: Setzen Sie lieber weniger, dafür gezielter, in einem Fenster, in dem Sie sich tatsächlich informieren können. Die Dichte des Angebots senkt nicht die Anforderung, sie erhöht sie.
Sommerliche Randbedingungen
Die Championships laufen in eine Zeit, in der das restliche Sportangebot kleiner ist. Das ist angenehm für die Aufmerksamkeit und unangenehm für die Selbstkontrolle: Weil sonst wenig läuft, wird Wimbledon für viele zum Hauptkanal, und der Hauptkanal bekommt mehr Einsätze als ein Nebenkanal. Das ist eine Beobachtung über das Verhalten der Spieler, nicht über den Sport – und sie ist genau die Situation, für die das Einzahlungslimit im Kalendermonat gedacht ist.
Und wer jetzt denkt, das alles sei ein Appetithappen für eine schöne Rasenwoche, hat die entscheidende Frage noch nicht gestellt: Bei welchem Anbieter darf man in Deutschland überhaupt eine Wette auf Wimbledon platzieren? Dazu jetzt das Ranking.
Die zehn geprüften Wimbledon-Wettanbieter im Vergleich
Zehn Namen stehen in dieser Liste, und dieser Abschnitt erklärt, nach welchen Gesichtspunkten sie sortiert sind, damit Sie das Ergebnis für Ihre eigene Priorität übersetzen können. Es ist kein Ranking der Werbetrommeln. Jeder Anbieter auf dieser Liste hält eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, sein Sportangebot steht auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und der Inhaber der Erlaubnis ist der, den die Whitelist für diese Domain ausweist. Inhaber und Marke sind nicht immer dasselbe Unternehmen, und wer sich für die Konzernstruktur interessiert, findet sie in den Nutzungsbedingungen.
| Marke | Whitelist und Inhaber der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| bet365 | auf der Whitelist; Inhaberin Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta | 09.10.2020 |
| Tipwin | auf der Whitelist; Inhaberin Tipwin Limited | 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | auf der Whitelist; Inhaberin Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| bpremium | auf der Whitelist; Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | auf der Whitelist; Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| 888sport | auf der Whitelist; Inhaberin 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas | auf der Whitelist; Inhaberin LVSports Limited | 21.10.2024 |
| VBet | auf der Whitelist; Inhaberin SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Betano | auf der Whitelist; Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tipico | auf der Whitelist; Inhaberin Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
Die Spanne in der letzten Spalte ist die eigentliche Information dieser Tabelle. Viereinhalb der zehn Anbieter – bet365, Tipwin, bpremium, Sportingbet und Tipico – haben ihre erste Erlaubnis am selben Tag erhalten, dem 9. Oktober 2020, unmittelbar nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Wer damals dabei war, hat Aufbaukosten getragen, bevor der deutsche Markt geregelt war; wer erst 2023 oder 2024 dazukam, ist in einen fertigen Markt gestiegen. Für den Spieler bedeutet das wenig über die heutige Qualität des Angebots – und einiges über die Frage, wie lange ein Haus schon mit dem deutschen Regulierungsrahmen arbeitet.
Zum Lesen der Spalten gehört ein Vorbehalt, der keiner ist, sondern eine Eigenschaft der Quelle: Die Whitelist führt Erlaubnisdaten, aber kein Enddatum. Sie erhalten also eine Auskunft darüber, seit wann eine Erlaubnis dokumentiert ist, nicht darüber, wie lange sie gilt. Und die Whitelist selbst ist kein Gesamtverzeichnis aller jemals erlaubten Anbieter in Deutschland, sondern eine Momentaufnahme. Wer die Liste in einem Monat aufruft, sieht möglicherweise eine andere als die hier verwendete Fassung vom 2. Oktober 2026. Diese Momentaufnahme umfasst 30 Einträge: 27 Konzerne mit Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei auch Pferdewetten anbieten, und drei weitere Konzerne mit einer Pferdewetten-Erlaubnis ohne Sportwetten. Diese zehn hier sind eine Auswahl daraus, und jede Auswahl ist eine Auswahl.
bet365: Der Maßstab, an dem sich die anderen messen lassen müssen
Auf der Whitelist steht für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgebestätigung vom 27. Dezember 2022. Der Anbieter ist seit Jahren das Referenzmodell im deutschen Markt; wer einen Vergleich anstellt, hat ihn schon im Kopf.
Das ist Segen und Last zugleich. Als Referenz ist bet365 stark, weil er bei den meisten Veranstaltungen zuerst mit einem vollständigen Markt da ist – und das ist bei einem kurzen Turnier wie Wimbledon ein wirklicher Vorteil, weil ein Spielausgangs-Markt nach der Auslosung schnell lebt und schnell stirbt. Die Bereinigung liegt woanders: Eine Marke dieser Größenordnung konkurriert selten über das schmalste Marge-Paket, sondern über Menge und Verfügbarkeit.
Wie bei jedem Anbieter auf dieser Liste gilt: Was dieser Anbieter an Bonus-, Freebet- oder Cashback-Angeboten aufstellt, steht ausschließlich in seinen eigenen deutschen Bedingungen; das Glücksspielstaatsvertrag regelt kein Bonusvolumen, keine Umsatzbedingung und keine Mindestquote. Für Wimbledon relevant ist weniger der Willkommensbonus – der gilt ohnehin nur einmal – als die Frage, ob ein bestehendes Konto Zugang zu Live-Satzmärkten hat und ob die Auszahlung nach Turnierende ohne Umwege läuft. Ein Wimbledon-Setzer spielt zwei Wochen, nicht zwölf Monate. Wer den Ehrgeiz hat, in diesen zwei Wochen viele Wetten zu machen, sollte vor dem ersten Einsatz prüfen, welche Limite und Verifizierungsschritte für das eigene Konto gelten. Die Behörde lässt ein Konto vor Abschluss der Verifizierung höchstens 72 Stunden zu, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung – wer vor Turnierbeginn vollständig verifiziert ist, erspart sich während der zwei Wochen jede Unterbrechung. Ein Haus, das in dieser Größenordnung liefert, verdient den Spitzenplatz dieser Liste eher über die Zuverlässigkeit als über die schönste Willkommensprämie.
Tipwin: Der Anbieter, der sich im deutschen Sport verankert hat
Die Whitelist führt Tipwin Limited als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis für Tipwin, erstmals erteilt am 9. Oktober 2020, mit Folgebestätigungen vom 27. Dezember 2022 und 9. Januar 2024.
Tipwins Profil ist das eines Anbieters, der sich über Sponsoring im deutschen Sport verankert statt über aggressive Neukundenwerbung. Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes ist Tipwin, und diese Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, womit sie mindestens drei weitere Jahre läuft. Ein solcher Auftritt ist keine Aussage über das Quotenniveau. Er ist eine Aussage darüber, wie der Anbieter sich am deutschen Markt positioniert – und für einen Spieler, der Sichtbarkeit im deutschen Sport als Signal für Verlässlichkeit liest, ist das ein Kriterium; für einen, der nur die Quote zählt, ist es keines.
Konkret für Wimbledon: Tipwin ist kein Spezialist für Rasentennis, sondern ein deutscher Allrounder. Die Breite des Programms ist damit der Punkt, an dem sich entscheidet, ob der Anbieter zu Ihnen passt. Falls Sie Live-Satzmärkte in der Tiefe suchen, die eine Tennisboutique bietet, dürften Sie hier eher fündig werden, als wenn Sie Turniersieger-Märkte mit sechs Monaten Vorlauf wollen. Ein Anbieter, der sich im deutschen Sport engagiert, ist an einer stabilen Geschäftsbeziehung interessiert – und interessiert sich damit mehr für die nächste Saison als für den Schein von heute.
MERKUR BETS: Erlaubnis seit 2023, aber keine Anfänger-Nummer
In der Whitelist ist für MERKUR BETS die Merkur Bets Malta Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023 geführt. Der Sitz liegt im St. Julian’s Business Centre in Malta.
Dass die Erlaubnis jünger ist, unterschätzt das Haus. MERKUR ist eine der bekanntesten Marken im deutschen Glücksspiel überhaupt, mit einer langen Präsenz im stationären Bereich und einem Übergang in den Online-Markt, der für den Spieler vor allem eine Bedeutung hat: Der Anbieter kennt die hiesigen Erwartungen an Spielerschutz und Kundenbetreuung. Für Wimbledon ist das relevant, weil zwei Wochen täglich mehrere parallele Matches eine Menge Kundenfragen erzeugen. Ein Haus mit deutscher Tradition hat hier ein Taxonomie-Talent.
Was den Vergleich betrifft, ist MERKUR BETS ein Anbieter für den, der den stationären Kanal schätzt und das Online-Angebot als dessen Verlängerung nutzt. Für den reinen Quotenvergleicher ist das kein Spezialanbieter – aber auch kein Nachteil. Die Sportwetten-Erlaubnis deckt das Angebot, während die Slots- und Casinobereiche unter eigenen, anders geregelten Erlaubnissen laufen. Die 2023er-Erlaubnis ist ein junges Datum für eine alte Marke – ein Hinweis darauf, wie viele deutsche Anbieter den Weg in den regulierten Online-Markt später angetreten sind als ihre Bekanntheit vermuten lässt.
bpremium: Die Ladbrokes-Erlaubnis für einen anderen Namen
Für bpremium ist in der Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited als Betreiberin geführt, mit Sitz in Gzira, Malta, und der Registernummer C92799, nach eigenen Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023. Die Erlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, mit Folgebestätigung vom 21. Dezember 2022.
Der Name auf der Erlaubnis und der Name auf der Startseite gehen auseinander, und das ist in Deutschland kein Sonderfall, sondern die Regel. Wer bei bpremium ein Konto eröffnet, vertraut rechtlich dem Ladbrokes-Konzern; das wirkt sich auf Streitfragen und Auszahlungswege aus, nicht auf die Quotenliste. Ein Wimbledon-Spieler, der ohnehin nach dem Preis entscheidet, wird diesen Unterschied nie merken.
Für das Turnier bietet der Anbieter kein ungewöhnliches Profil: eine breite Palette, die über Fußball hinausgeht. Wo er auffällt, ist die Verbindung zu einer traditionsreichen Wettmarke, die international seit Jahrzehnten im Rennsport und im Breitensport verankert ist. Ob das in Ihrer Prioritätenliste steht, ist Ihre Entscheidung – nicht die des Marketings. Was ein Wimbledon-Setzer bei bpremium zwingend vorher prüfen sollte, ist die Frage, ob eine Auszahlung nach Turnierende innerhalb der genannten fünf Werktage ankommt, denn nach einem Finaltag mit vierzehn Tagen auflaufender Gewinne ist die Auszahlungsgeschwindigkeit das Erlebnis, an das man sich erinnert.
Sportingbet: Ein Wettprogramm mit Konfigurator für Bastler
Auf der Whitelist ist die Sportingbet (Deutschland) Limited als Inhaberin der Erlaubnis für Sportingbet geführt, mit einer Erst-Erlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgebestätigung vom 21. Dezember 2022.
Sportingbet fällt im Sportangebot durch einen „Konfigurator+“ auf – ein Werkzeug, mit dem sich Kombinationen selbst zusammenstellen lassen – neben Live-Wetten. Zur Abdeckung gehören nach eigener Darstellung Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Das ist ein breites Feld, und Tennis gehört ausdrücklich dazu.
Der Konfigurator ist für Wimbledon ein zweischneidiges Werkzeug. Er erlaubt es, mehrere Bedingungen einer Partie in einen Schein zu verpacken – gewonnenes Match plus über einer bestimmten Anzahl von Spielen. Die Kombination erhöht die Quote, aber jede hinzugefügte Bedingung ist eine zusätzliche Chance, das Ganze zu verlieren. Ein Konfigurator verleitet zum Basteln, und Basteln ist bei Wetten selten eine Tugend. Wer ihn nutzt, sollte den Schein deshalb vor dem Absenden tatsächlich lesen – nicht drei Minuten später, wenn die Wette bereits angenommen ist. Der Konfigurator ist ein Werkzeug für den, der genau weiß, was er kombinieren möchte, und ein Fallstrick für den, der nur eine höhere Quote sucht.
888sport: Große Gruppe, deutscher Marktzugang seit 2021
Für die Domain 888sport steht in der Whitelist die 888 Germany Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 und einer Folgebestätigung vom 15. Dezember 2022. Hinter dem Namen steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holding der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Eine börsennotierte Muttergesellschaft ist ein Merkmal, das für Wimbledon keinen direkten Nutzen hat, aber indirekt eines: Sie erzeugt Berichtspflichten und damit eine gewisse Disziplin in der Außendarstellung. Der Marktzugang in Deutschland kam für 888sport später als für die vier Anbieter aus 2020 – die Erlaubnis ist rund neun Monate jünger. Wer das als Indiz für weniger Erfahrung im deutschen Markt liest, liest mehr hinein, als drinsteckt.
Für das Rasenturnier gilt: 888sport steht und fällt mit dem Tenniskatalog. Wer dort einsteigt, sollte prüfen, ob Satz- und Handicap-Märkte über die ersten Runden hinaus angeboten werden – bei einem Grand Slam mit 128 Teilnehmern pro Einzel entscheidet genau das über die Nutzbarkeit. Ein Anbieter mit internationaler Turnierpraxis hat hier eher die Routine als ein reiner Fußballanbieter.
LeoVegas: Sportwetten kamen hier später als alles andere
Für LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 – und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die Sportlizenz ist damit deutlich jünger als die Casino-Lizenz desselben Hauses.
Diese Reihenfolge ist die interessanteste Information über LeoVegas aus Spielersicht. Ein Anbieter, der im Casino groß geworden ist und das Sportbuch später nachgeschoben hat, bringt ein anderes Entwicklungsniveau in den Wettbereich mit als ein Haus, das seit dem ersten Tag Sportwetten angeboten hat. Das muss kein Mangel sein; es verschiebt nur, wo die Stärke liegt. Wer Wimbledon live und eng begleiten will, sollte bei LeoVegas vor allem die Tiefe des Tennisprogramms prüfen, nicht die Markenbekanntheit.
Zwei Erlaubnisse mit zwei Regeln ist der zweite Punkt. Die Casino-Erlaubnis sagt nichts über die Sportwetten-Erlaubnis und umgekehrt; wer ein Konto über ein Casino-Angelot eröffnet und dann auf Tennis setzen will, sollte sich über die unterschiedlichen Regeln der beiden Erlaubnisse im Klaren sein. Der Übergang vom Casino zum Sportwetten ist keine Frage des Klicks, sondern zweier Regelwerke.
VBet: Der Malte, der die nächtlichen Runden abdeckt
Die SCGO Limited mit Sitz im Portomaso in St. Julian’s auf Malta ist in der Whitelist als Veranstalterin der Sportwetten unter VBet geführt; die Sportwetten-Erlaubnis ist dort seit dem 5. Dezember 2023 dokumentiert.
VBet ist ein international orientierter Anbieter, und bei einem Turnier, das täglich von 11 Uhr vormittags (Londoner Zeit) bis in den Abend läuft, ist ein international ausgerichtetes Wettprogramm kein Luxus. Der Wimbledon-Kalender mit seinen parallel laufenden Courts auf verschiedenen Plätzen erzeugt ein Programm, das ein Anbieter nur dann sauber abbilden kann, wenn Tennis in seinem Standardrepertoire steht und nicht als Zusatzangebot.
Realistisch betrachtet: VBet ist kein deutscher Traditionsanbieter, sondern ein international aufgestelltes Haus, das eine deutsche Erlaubnis erworben hat. Für den Setzer, der über den deutschen Markt hinausdenkt und die Auswahl an Sportarten schätzt, ist das ein Vorteil. Für den, der deutsche Ansprechpartner und deutsche Abläufe bevorzugt, ist es das Gegenteil. Beide Präferenzen sind legitim; nur sollte man sie vor und nicht nach der Kontoeröffnung kennen. Und die Erlaubnis von 2023 zeigt: Der deutsche Marktzugang war für VBet eine Entscheidung, kein Erbe.
Betano: Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming in einer App
Für Betano führt die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19. Februar 2021 und einer Folgebestätigung vom 16. Dezember 2022.
Betano positioniert sich funktional: Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten, und die Entwicklerbeschreibung nennt einen Bet Builder, mit dem sich mehrere Märkte eines Spiels kombinieren lassen, außerdem Cash Out und Live-Streaming unter anderem von Tennis-Grand-Slams sowie von LaLiga, FA Cup, NBA, EuroLeague und NFL. Für Wimbledon ist das ein tatsächlicher Mehrwert, weil Live-Streaming und Live-Wette zusammengehören: ein Match zu sehen und gleichzeitig den nächsten Satz zu setzen.
Der Bet Builder ist die Stärke und die Gefahr in einem. Er macht aus einem Tennismatch eine ganze Familie von Kombinationen – gewonnenes Match, über einer Satzanzahl, gewonnener erster Satz –, und diese Kombinationen multiplizieren die Quote wie jede andere Kombiwette. Cash Out wiederum ist kein verbürgtes Recht auf einen Ausstieg; dazu mehr im Abschnitt „Wann Wimbledon-Wetten in Deutschland erlaubt sind – und wann nicht“.
Für den Zuschauer, der Tennis als Fernsehereignis liebt und nebenher die eine oder andere Wette platzieren möchte, ist Betano in dieser Liste ein naheliegender Kandidat. Wer die Ruhe eines aufgeräumten Angebots schätzt, wird es hier lauter finden. Die Erlaubnis von 2021 ordnet den Anbieter in die mittlere Generation ein – nicht der erste Tag, aber lange vor den Newcomern von 2023 und 2024.
Tipico: Der Cashout-Anbieter mit langer deutscher Historie
Die Whitelist führt für Tipico die Tipico Co. Limited; die erste Erlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, eine Folgebestätigung vom 9. Dezember 2022.
Tipico ist einer der wenigen deutschen Anbieter, die sich über Jahre einen funktionalen Namen aufgebaut haben. Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten, und die Entwicklerbeschreibung nennt „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein sowie Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Für tennisbegeisterte Nutzer ist das ein Anlass, genauer nachzusehen: Der hervorgehobene Live-Bezug im Marketing betrifft ausdrücklich den Fußball, und im Tennis sind die zulässigen Live-Komponenten ohnehin enger geschnitten. Wer hier auf eine besonders tiefe Live-Tennis-Abdeckung hofft, sollte das Sportwettprogramm prüfen und nicht die App-Beschreibung.
Der Cashout ist die interessantere Eigenschaft, und sie ist ein zweischneidiges Messer. Wenn ein Match kippt und Ihr Schein in Gefahr gerät, ermöglicht Cashout einen Ausstieg vor dem Ende; Sie geben dafür einen Teil des potenziellen Gewinns ab. Bei einem Match, das sich in einem Match-Tiebreak bis 10 entscheiden kann, ist dieser Ausstieg vor allem eines: eine Versicherung gegen die eigene Nervosität – und die ist teurer als jede Marge, weil sie nachträglich zu einem Moment gefasst wird, in dem man nicht mehr klar denkt. Für Wimbledon besonders relevant: Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses, nicht beim Zwischenstand.
Am Ende der Liste: Worauf die Reihenfolge nicht antwortet
Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis, dieselbe Whitelist als Prüfstein – und trotzdem ist die Rangfolge ein Kompass, keine Landkarte. Was die Liste zeigt: Bei zwei Anbietern, die beide auf Wimbledon setzen lassen dürfen, entscheidet nicht die Lizenz über Ihre Wahl, sondern Ihr Nutzungsmuster. Der eine will den Live-Satz mitten im Match, der andere die Turniersieger-Wette drei Wochen vorher, und ein dritter setzt einfach zweimal pro Woche einen Zehner – für jeden der drei sieht die Rangfolge anders aus.
Wer aus dieser Liste auswählen will, hat eine Prüfliste in vier Fragen in der Hand: Deckt der Anbieter den Markt ab, den ich wirklich bespielen will? Wie tief geht das Programm über die ersten Turnierrunden hinaus? Reicht mir die App-Bedienung, wenn mehrere Courts parallel laufen? Und was kostet mich die Auszahlung nach Turnierende an Zeit und Aufwand? Nur die erste dieser Fragen ist eine Frage der Lizenz. Die Lizenz ist die Basis, nicht die Antwort.
Wann Wimbledon-Wetten in Deutschland erlaubt sind – und wann nicht
Die Rechtslage entscheidet, ob ein Wettschein überhaupt wirksam ist. Ein Anbieter, der Sportwetten nach Deutschland anbietet, braucht dafür eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale); das Ganze läuft unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Die Behörde erteilt die deutschlandweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, und sie beaufsichtigt und ahndet Verstöße. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist dabei der einzige Prüfstein. Eine Domain mit .de am Ende beweist gar nichts.
Woran ein erlaubter Anbieter wirklich zu erkennen ist
Die Whitelist weist dreißig Einträge in der Fassung vom 2. Oktober 2026 aus, davon haben 27 Konzerne eine Sportwetten-Erlaubnis, zwei von ihnen zusätzlich eine Pferdewetten-Erlaubnis, und drei weitere Konzerne eine reine Pferdewetten-Erlaubnis. Wer prüfen will, ob ein Anbieter für Wimbledon-Wetten zugelassen ist, schlägt die Domain auf der Whitelist nach und kontrolliert drei Dinge: Steht die Domain unter einer Sportwetten-Erlaubnis? Welcher Konzern ist als Inhaber genannt? Seit wann gilt die Erlaubnis?
Der dritte Punkt ist der am häufigsten übersehene. Die Whitelist führt Erlaubnisdaten, aber keine Enddaten – Sie erfahren also, seit wann eine Erlaubnis dokumentiert ist, nicht, wie lange sie noch läuft. Und eine Erlaubnis für Sportwetten ist kein Generalschlüssel. Wer zusätzlich Slots, Poker oder virtuelle Automatenspiele anbietet, tut das unter einer anderen Erlaubnis mit eigenen Regeln. Die Logik dahinter: Ein Klick auf ein Tennisangebot führt nicht automatisch in den Bereich derselben Erlaubnis.
Wenn Sie wissen wollen, ob auch eine einzelne ausländische Domain legal wäre, gibt es eine kurze Antwort: Nur die auf der Whitelist genannten Domains sind erlaubt, unabhängig davon, welche Lizenz das Haus in Curaçao, Anjouan oder sonst wo vorzeigt. Ein ausländisches Angebot an deutsche Spieler ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel.
Die Warnung, die nachwirkt
Die Behörde selbst warnt die Öffentlichkeit. Am 17. September 2026 hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt, und nannte beispielhaft eines mit Namen. Solche Warnungen sind der praktische Grund, warum die Frage nach der Erlaubnis vor der Kontoeröffnung und nicht danach gestellt wird.
Und die Rechtsfolgen sind keine Theorie. Wer ohne Erlaubnis Sportwetten veranstaltet, macht sich nach § 284 StGB strafbar, ebenso der, der sie bewirbt (bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe); für Werbung gilt § 284 Abs. 4 StGB, der die Werbung für unerlaubtes Glücksspiel unter Strafe stellt. Die Teilnahme selbst kann nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden; systematische Verfolgungen einzelner Spieler sind allerdings nach der Rechtsprechungspraxis nicht etabliert. Das ist weder ein Freibrief noch ein Grund zur Panikmache. Es ist eine Rechtslage, aus der folgt, dass der Nachweis der Erlaubnis die wichtigste Vorabprüfung ist.
Wo die Grenze zwischen Erlaubnis und Regulierung liegt
Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis muss bestimmte Spielerschutzvorgaben einhalten, die im Gesetz stehen und nicht in seinem Werbematerial: Die Teilnahme ist ab 18 Jahren, ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifizierung, und ein Konto mit noch laufender Verifizierung darf höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen genutzt werden. Dazu kommen ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, das über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt wird, das Verbot des Parallelspiels nach § 6h GlüStV mit einer Aktivitätsdatei, sowie das bundesweite Sperrsystem OASIS, das bei Registrierung und Anmeldung abgefragt wird.
Für Wetten auf Wimbledon heißt das konkret: Sie können ein Spiel nicht deswegen setzen, weil Sie „schnell noch“ wollen. Die Verifizierung, das Limit, die Sperrdatei – all das steht zwischen Ihnen und dem Wettschein. Und wer sich an mehreren Anbietern parallel anmeldet, verstößt gegen das Parallelspiel-Verbot. Der Effekt ist, dass ein Wimbledon-Turnier nicht mit zwölf Konten und zwölf Boni gespielt wird, sondern mit einem Konto und einem Budget.
Die Steuer: Was in der Quote steckt
Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner der Steuer ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie ein Anbieter die Steuer an Sie weitergibt, ist seine Entscheidung; Sie können das nur seinen eigenen Bedingungen entnehmen. Die Aussage „0 % Wettsteuer“ ist eine Werbeaussage; die Formulierung „5,3 % des Einsatzes“ ist dagegen schlicht falsch.
Dass die Steuer auch auf unerlaubte Anbieter anfällt, ist ein Nebenpunkt mit Bedeutung: Eine gezahlte Steuer ist kein Beweis für eine Erlaubnis. Wer die Legalität prüfen will, prüft die Whitelist und nicht den Steuerbescheid. Und die Auszahlung Ihrer Gewinne erfolgt erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses – für Wimbledon bedeutet das, dass ein Halbfinalsieg am Freitag nicht am Freitag ausgezahlt wird.
Wenn ein Anbieter nicht auf der Whitelist steht
Was folgt, wenn Sie bei einem illegalen Anbieter verloren haben? Die Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage ist weitergegangen. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23); in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 €, die er in Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 verloren hat. Und der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme: wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Wer diese Entwicklung als Geschäftsmodell liest, liest sie falsch. Aus einem Verfahrensstand folgt keine Zusage, dass irgendjemand Geld zurückbekommt, und der Rechtsweg kostet Zeit und Nerven. Der praktische Schluss ist unspektakulär: Die Erlaubnis auf der Whitelist ist der einzige Anbieterstatus, bei dem Sie diese Frage nicht führen müssen.
Ein Hinweis zum Schluss dieses Abschnitts, der mit dem Turnier selbst zu tun hat: Es gibt keine Regel, die Wetten auf Wimbledon besonders beschränkt – außer denen, die für Sportwetten generell gelten. Es gibt auch keine gesetzliche Höchstgrenze für den Einsatz pro Wette im Sportwettenbereich. Was es gibt, ist das Monatslimit für Einzahlungen und die Grenze der zulässigen Wetten selbst.
Verantwortungsvolles Setzen während der zwei Wimbledon-Wochen
Spielerschutz ist bei einem zweiwöchigen Großereignis kein Randthema, sondern der Kern der Sache. Vierzehn Tage mit täglich mehreren parallelen Matches erzeugen eine Angebotsdichte, die für den einen ein Vergnügen und für den anderen eine Falle ist. Die Instrumente dagegen existieren und sind bei erlaubten Anbietern verpflichtend.
Das Einzahlungslimit und was es wirklich begrenzt
Ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt standardmäßig über alle bei der Behörde erlaubten Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Wichtig ist, was das Limit begrenzt – nämlich Einzahlungen, nicht Einsätze. Wer 200 € eingezahlt hat und daraus mehrere Wetten über den Monat platziert, hat das Limit nicht ausgeschöpft; das Limit greift erst bei der nächsten Einzahlung. Eine Erhöhung dieses Limits ist nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich – eine Selbstauskunft reicht nicht; im Rahmen ihrer Erlaubnis kann ein Anbieter bis zu 10.000 € setzen, für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler sogar 10.000 bis 30.000 €. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Die Verzögerung ist Absicht: Sie soll die schnelle Entscheidung im Überschwang verhindern.
Die Sperrsysteme und der Panikknopf
Für Spieler, die sich selbst sperren wollen oder müssen, gibt es das Sperrsystem OASIS, das bei Registrierung und bei jeder Anmeldung abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, andernfalls mindestens ein Jahr. Das ist eine bewusst lange Frist, weil ein kurzfristiges Wieder-Aufmachen die Sperre entwerten würde. Der Panikknopf wiederum, § 6i Abs. 3 GlüStV, löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus – ein Mechanismus für den Moment, in dem man nicht mehr rational entscheiden will.
Die Lücke ist der Punkt, an dem sich das alles entscheidet: Ausländische Anbieter sind mit OASIS und LUGAS nicht verbunden. Eine Selbstsperre bei einem erlaubten Anbieter bindet Sie also nicht bei einem Anbieter ohne Erlaubnis. Wer annimmt, eine Sperre gelte überall, muss sich fragen, bei wem er tatsächlich spielt.
Abstand, Pausen und die Turnierwochen
Neben den gesetzlichen Instrumenten, die Sie nicht selbst einrichten müssen, gibt es die Verhaltensfrage, die nur Sie beantworten: In fünfzehn Tagen Wimbledon können Sie jeden Tag eine Wette platzieren, und wenn Sie das tun, haben Sie fünfzehn Wetten gemacht. Ob das ein Vergnügen oder ein Problem ist, hängt nicht am Turnier. Es hängt an der Frage, ob Sie den Einsatz aus einem Budget bestreiten, dessen Verlust Sie ohne Nachdenken verkraften würden.
Zwei Wochen mit mehreren parallelen Matches erzeugen außerdem die Neigung, mehrere Wetten gleichzeitig laufen zu lassen. Das erhöht die Zahl der Scheine, nicht die Zahl der Informationen. Die einfache Variante: Wählen Sie drei oder vier Partien pro Turnier, die Sie tatsächlich verfolgen, und lassen Sie den Rest.
Wo Sie Hilfe bekommen, wenn es nicht mehr um Tennis geht
Wenn Wetten aufhören, ein Zeitvertreib zu sein, gibt es Wege hinaus. Die Spielersperre über OASIS, der Panikknopf und die Selbstbeschränkung im Kalendermonat sind die Instrumente, die der deutsche Regulierungsrahmen bereitstellt, und sie sind bei erlaubten Anbietern ohne Diskussion verfügbar. Wer sich bei einem erlaubten Anbieter nicht mehr sicher ist, kann dort jederzeit eine Pause einlegen. Und wer das Gefühl hat, dass er sie nicht mehr selbst steuern kann, sollte eine Beratungsstelle aufsuchen. Der Regulierungsrahmen ist auf genau diese Möglichkeit hin gebaut.
Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten
Wo kann aus Deutschland auf Wimbledon gewettet werden, und woran erkennt man einen erlaubten Anbieter?
Wetten auf Wimbledon sind bei Anbietern möglich, die eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder halten. Der Prüfstein ist die Whitelist der Behörde: Dort wird die Domain nachgeschlagen und geprüft, welcher Konzern als Inhaber geführt ist und seit wann die Erlaubnis gilt. Eine ausländische Lizenz genügt für den deutschen Markt nicht.
Welche Wettmärkte gibt es bei Wimbledon – etwa Turniersieger, Spielsieger oder Satzwetten?
Der weiteste Markt ist der Turniersieger über die volle Turnierdauer. Häufiger gespielt wird der Spielausgang eines einzelnen Matches, außerdem Satzwetten und Handicap-Wetten, die den Abstand des Ergebnisses betreffen. Für Live-Wetten während eines laufenden Matches ist in Deutschland nur eine schmale Auswahl zulässig, der nächste Satz etwa, aber nicht der nächste Punkt.
Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote bei einer Wette auf den Turniersieger?
Der Rückfluss einer gewonnenen Einzelwette ist Einsatz × Quote, der Gewinn vor Steuer Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten aller Legs zu einem Preis. Von diesem Rückfluss ist die Marge des Anbieters bereits in der Quote verrechnet; die Steuer trägt der Veranstalter, nicht der Spieler.
Welche Beschränkungen gelten für Livewetten während eines laufenden Matches?
Während eines laufenden Wettbewerbs sind Livewetten nur auf das Finalergebnis oder auf bestimmte Komponenten erlaubt, deren Eintritt in der jeweiligen Sportart selten ist. Im Tennis ist der nächste Satz eine solche Komponente, der nächste Punkt nicht. Zudem werden Gewinne erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt, Zwischenstände lösen keine Auszahlung aus.
Wie werden Sportwettensteuer und Marge in der Quote berücksichtigt?
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage Einsatz abzüglich der Steuer selbst, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, und wird dem Veranstalter auferlegt, nicht dem Spieler. Ob ein Anbieter sie an den Kunden weitergibt, steht in seinen Bedingungen. Die Marge liegt in der Quote und ist der Teil jedes Einsatzes, der nicht in die Auszahlung fließt.
Wie wirkt das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten während der Turnierzeit?
Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat begrenzt Einzahlungen, nicht Einsätze, und gilt über alle bei der Behörde erlaubten Anbieter hinweg. Wer 200 € einzahlt und daraus viele Wetten über den Monat verteilt, hat das Limit nicht ausgeschöpft. Eine Erhöhung setzt nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voraus und greift erst sieben Tage später.
Tennis – Wettanbieter mit Einzahlungsbonus
Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Einzahlungsbonus»
