Die besten Wettanbieter ohne LUGAS: Was die Suche wirklich findet
Stand: 30. Oktober 2026. Für die Erlaubnisangaben wurde die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026 geprüft.

Wer nach einem Wettanbieter ohne LUGAS sucht, sucht in Wahrheit nach einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Kern der Sache: Jeder Veranstalter mit deutscher Sportwettenerlaubnis ist zur Anbindung an das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem verpflichtet, und die Whitelist der Aufsichtsbehörde enthält genau die Häuser, die diese Erlaubnis besitzen. Zwischen den beiden Mengen klafft keine Lücke. Es bleibt eine Wahl zwischen zwei Wegen, die unterschiedliche Dinge kosten — der eine nimmt Geldbeträge in Grenzen, der andere nimmt den Schutz. Wer das einmal verstanden hat, liest die Werbung auf beiden Seiten anders.
Warum die Limitdatei jede Suche nach einem Ausweg beantwortet
LUGAS besteht aus zwei getrennten IT-Systemen: den Zentraldateien, also Limit- und Aktivitätsdatei, und dem Auswertesystem der Safe-Server. Der Anschluss ist für legale Anbieter verpflichtend. Betrieben wird das System seit dem 1. Januar 2023 von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder gemeinsam mit der Dataport AöR als IT-Dienstleister, wobei die Kosten für die Zentraldateien die Anbieter selbst tragen. Ein Aufsichtssystem dieses Zuschnitts, das die Veranstalter finanzieren und das trotzdem gegen ihre unmittelbaren Interessen arbeitet, ist im europäischen Vergleich selten — es ist der eigentliche Grund, warum die deutsche Suche nach einer Umgehung überhaupt existiert.

In der Limitdatei laufen die monatlichen Einzahlungen eines Spielenden bei allen erlaubten Anbietern zusammen. Wer sein persönliches Limit erreicht hätte, dessen Einzahlungswunsch muss der Anbieter ablehnen — nicht kann, sondern muss. Die Zuordnung erfolgt über Pseudonyme, die den Spielenden zugewiesen sind; Klardaten werden in den Zentraldateien nicht gespeichert. Wer sich das erste Mal bei einem Anbieter registriert, gibt dort sein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit an.
Diese Zahl ist keine Formalie. Sie ist das Verhältnis zwischen dem, was ein Spieler einsetzen will, und dem, was das System zulässt — und sie ist die einzige Zahl in einem deutschen Wettkonto, die ein Häuserwechsel nicht verschiebt.
Was das System tatsächlich über Spielende weiß
Zum 31.12.2024 waren 6,1 Millionen Spielende in den LUGAS-Zentraldateien verzeichnet, Ende 2023 waren es 5,4 Millionen. 2024 loggten sich durchschnittlich rund 800.000 aktive Spielende mindestens einmal täglich bei einem erlaubten Anbieter ein. Die Verfügbarkeit der Zentraldateien lag im Jahr 2024 bei über 99,99 Prozent.
Wer diese Zahlen als Wachstumsgeschichte einer Behörde liest, liest sie richtig und falsch. Richtig, weil sie zeigen, wie flächendeckend das Instrument greift. Falsch, weil eine Verfügbarkeit von über 99,99 Prozent kein Erfolg ist, sondern eine Selbstverständlichkeit sein müsste: Ein System, das Einzahlungen blockiert, darf nicht ausfallen, sonst trifft es die Falschen. Der eigentliche Befund liegt woanders. Bei einer Datei, in der sechs Millionen Menschen stehen, ist die Chance, dass ein einzelnes Konto dort auftaucht, so gut wie eins — und damit ist auch die Chance dahin, dass ein zweiter Anbieter nichts von den Einzahlungen beim ersten erfährt.
Ende 2025 waren nach Angabe der Aufsichtsbehörde 5,3 Millionen registrierte Spielende erfasst. Der Rückgang gegenüber 6,1 Millionen zum Jahresende 2024 hat nichts mit nachlassendem Interesse zu tun, sondern mit der Bereinigung von Konten. Interessanter ist die andere Zahl aus demselben Jahr: LUGAS verarbeitete Daten von über 60 erlaubten Glücksspielanbietern, und 16 Länder nutzen die Ergebnisse für ihre Regulierung. Ab 2027 sollen die Auswertungen verstärkt auf Daten aus den Safe-Servern gestützt werden — das System wird nicht kleiner.
Rechtslage: Wer anbinden muss und wer es schlicht nicht darf
Die Erlaubnis für Sportwetten im Internet erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder als bundesweit zuständige Aufsichtsbehörde; sie überwacht und ahndet Verstöße. Die offizielle Whitelist ist der einzige belastbare Nachweis einer Erlaubnis. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwettenerlaubnis, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Alle dort gelisteten Domains sind .de-Domains — eine solche Endung allein beweist allerdings nichts, und genau daran scheitern die meisten Prüfungen, die sich mit einem Blick in die Fußzeile zufriedengeben.
Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre. Auf der Whitelist stehen nur Erteilungsdaten, niemals ein Enddatum; wer dort eine ablaufende Erlaubnis sucht, sucht vergeblich. Wichtiger für den Alltag: Nur für die Domain, die unter der Sportwettenerlaubnis geführt wird, dürfen Sportwetten angeboten werden. Eine Konzession für virtuelle Automatenspiele auf derselben Marke ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln — ein Umstand, der in Vergleichstabellen regelmäßig verschwommen wird.
Angebote ohne Anschluss besitzen keine Erlaubnis. Wer Sportwetten für Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis veranstaltet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Aufsichtsbehörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten; sie nannte dabei im September 2026 namentlich ein illegales Casino. Man kann sich das als Behördenton vorstellen, aber der Satz ist präzise: Es geht nicht um Geschmack, sondern um die Frage, ob es im Streitfall eine deutsche Stelle gibt, die zuständig ist. Es gibt sie nicht.
Der Whitelist-Check in fünf Minuten
Wer die Prüfung selbst machen will, braucht kein Vorwissen, nur Disziplin. Der Weg über die Aufsichtsbehörde führt über die Whitelist als Verzeichnis der erlaubten Anbieter.
Man sucht die Marke, nicht die Firma. Auf der Liste steht der Erlaubnisinhaber — etwa eine maltesische Gesellschaft, die unter einem deutschen Markennamen auftritt. Ein Betreiber, der nicht mit dem Namen beworben wird, den der Spieler kennt, ist kein Warnsignal; das ist die normale Struktur legaler deutscher Sportwetten.
Man prüft die Domain, nicht die Marke. Erlaubt ist die Domain, die im jeweiligen Eintrag steht. Wer auf einer anderen Adresse desselben Inhabers ein Wettschein-Formular findet, findet dort nicht automatisch ein erlaubtes Angebot.
Man prüft die Art der Erlaubnis. Sportwetten, virtuelle Automatenspiele und Pferdewetten sind getrennte Konzessionen. Ein Haus mit Sportwettenerlaubnis darf nicht deshalb Poker anbieten, weil es Sportwetten anbieten darf.
Man prüft den tatsächlichen Ablauf. Verschwindet die Registrierung nach wenigen Klicks ohne Geburtsdatum, ohne Adresse und ohne die Frage nach dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit, dann läuft kein lizenzierter Vorgang. Kein konzessioniertes Haus darf die Limitangabe bei der erstmaligen Registrierung überspringen.
Man vergleicht mit dem Kontoverhalten. Führt die Seite keine Einzahlungsgrenze über alle Anbieter, sondern nur eine eigene Hausgrenze, fehlt der Anschluss.
Damit ist die Frage, die den Suchbegriff auslöst, in ihrer einfachsten Form beantwortet: Ein Wettanbieter ohne LUGAS lässt sich nicht finden, weil er nicht existieren darf. Er lässt sich nur als ausländisches Angebot finden.
Spielerschutz: Was auf dem erlaubten Weg greift — und was er kostet
Die Regeln, die einen deutschen Spieler schützen, sind nicht an die Person gebunden, sondern an das System. Teilnahme ab 18 Jahren, ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das nationale Sperrsystem wird bei Registrierung und bei jedem Login abgeglichen; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.

Der Standardwert des Einzahlungslimits liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spielenden einen höheren Betrag zulassen — bis 10.000 €, in einer Spanne von 10.000 bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung genügt dafür nicht. Senkungen wirken sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen. Diese Staffelung ist der Teil, den die wenigsten kennen: Der Weg nach oben existiert, aber er ist nicht der Weg, den ein Formular öffnet. Dass paralleles Spielen bei mehreren Anbietern über die Aktivitätsdatei unterbunden wird, ist die logische Fortsetzung — ein Limit, das sich durch ein zweites Konto verdoppeln ließe, wäre kein Limit.
Was auf dem erlaubten Weg verschwindet, ist genauso wichtig wie das, was bleibt. Live-Wetten sind nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis nicht, der nächste Korb im Basketball nicht. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind gesperrt, wobei der Fußball unterhalb der 3. Liga in der Praxis als Amateurbereich gilt. Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung fallen weg, ebenso Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse. Und E-Sport? Die Aufsichtsbehörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Es gibt in Deutschland kein lizenziertes E-Sport-Wetten.
Das ist die Rechnung, die niemand auf ein Plakat schreibt: Der lizenzierte Weg liefert Rechtssicherheit und Schutz, und er liefert ein schmaleres Produkt. Wer vor allem auf Live-Märkte während des Spiels setzt, merkt die Grenze schneller als jeder andere.
Der Preis der Auswege: Steuer, Zahlungswege und der Blick auf das Kleingedruckte
Die Sportwettensteuer ist eine Steuer auf den Veranstalter, nicht auf den Spielenden. Bemessungsgrundlage sind nach den einschlägigen Vorschriften des Rennwett- und Lotteriegesetzes 5,3 % der um die Steuer selbst verminderten Einsätze — gerechnet auf den tatsächlich gezahlten Betrag entspricht das rund 5,03 %. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, ist seine eigene Entscheidung und nur aus seinen Bedingungen zu beantworten. Wer die Steuer bezahlt hat, hat damit übrigens noch keine Erlaubnis nachgewiesen: Sie gilt auch für unerlaubte Veranstalter.
Zahlungen laufen nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt — das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und nur aus seinen Bedingungen zu belegen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Beim Bonus gibt es keine gesetzliche Leitplanke. Das Glücksspielstaatsvertragsgesetz enthält keine Klausel, die einen Sportwettenbonus begrenzt oder deckelt: Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer also bei einem Anbieter ohne LUGAS auf großzügigere Boni hofft, hofft auf eine Marktlücke, die es rechtlich gibt — nur hat er dann eben auch keine Instanz, bei der er die Einhaltung dieser Bedingungen durchsetzen könnte.
Mehr Spielende bedeuten auch mehr Menschen, die sich sperren. Wer Hilfe braucht, findet sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und in der Suchtberatung vor Ort; das Sperrsystem greift bei lizenzierten Anbietern, weil sie es abfragen müssen. Auf einer Seite ohne Anschluss fragt niemand.
Zehn Anbieter im Vergleich: Wo die Erlaubnis sitzt und wo nicht
Der Vergleich stellt zwei Gruppen nebeneinander, die nicht zusammengehören und hier auch nicht vermischt werden. Die ersten sechs Marken stehen auf der Whitelist der Aufsichtsbehörde und verfügen über eine deutsche Sportwettenerlaubnis. Die vier folgenden sind Angebote ohne deutsche Erlaubnis, ohne Anbindung an das Selbstsperrsystem und ohne Anbindung an die Limitdatei. Sie sind aufgeführt, weil Spielende ihnen begegnen — nicht als Empfehlung, und es ist ausdrücklich kein Ranking über beide Gruppen hinweg.
| Marke | Erlaubnisinhaber | Wh N | Sportwetten-Erlaubnis seit dem |
|---|---|---|---|
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH (Erlaubnis durch das Regierungspräsidium Darmstadt) | eingetragen | 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited, Sliema, Malta | eingetragen | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | eingetragen | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | eingetragen | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Winamax | WINAMAX SA | eingetragen | 29.06.2021, Verlängerung 08.12.2022 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | eingetragen | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| 22Bet | — | nicht eingetragen | keine deutsche Erlaubnis |
| Playzilla | — | nicht eingetragen | keine deutsche Erlaubnis |
| Boomerang Bet | — | nicht eingetragen | keine deutsche Erlaubnis |
| Sportaza | — | nicht eingetragen | keine deutsche Erlaubnis |
Bei Interwetten ist Vorsicht geboten: Der Betreiber im Impressum und die im Whitelist-Eintrag geführte Gesellschaft müssen nicht identisch sein, und wer im Impressum eine andere Firma liest als auf der Liste, hat nichts Falsches entdeckt, sondern die übliche Struktur vor sich.
Die Spanne bei den Erteilungsdaten erzählt mehr als jede Reichweitenzahl. Sie reicht vom Herbst 2020, als die ersten Konzessionen nach dem neuen Staatsvertrag vergeben wurden, bis in den Sommer 2024, als AdmiralBet eine weitere Folgeerlaubnis erhielt. Wer 2020 dazukam, sitzt länger im System; wer 2024 nachgenehmigt wurde, hat den Markt in einer Phase betreten, in der die Aufsicht bereits Muster kannte. Für einen Spielenden ändert das nichts an der Gültigkeit — eine laufende Erlaubnis ist eine laufende Erlaubnis —, aber es erklärt, warum manche Häuser ihre Konzession prominenter zeigen als andere.
Die zweite Auffälligkeit sitzt in der Spalte der Inhaber. Fünf der sechs lizenzierten Marken gehören Gesellschaften mit Sitz im Ausland, überwiegend Malta; zwei der sechs Erlaubnisse wurden nicht von der Aufsichtsbehörde selbst, sondern vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt, wobei die Aufsicht heute bei der Behörde in Halle liegt. Die oft gehörte Gleichung „ausländische Firma, also keine deutsche Kontrolle“ ist deshalb falsch: Entscheidend ist nicht der Sitz, sondern der Eintrag — und der verpflichtet den Inhaber zur Anbindung, unabhängig davon, wo seine Briefkästen stehen.
Und die dritte: In der Spalte der nicht eingetragenen Häuser steht kein einziger Erlaubnisinhaber. Das ist kein Datenloch, sondern das Ergebnis. Wo die Whitelist keine Zeile hat, gibt es keine Erlaubnis, und wo es keine Erlaubnis gibt, gibt es keinen Anschluss an Limit- oder Aktivitätsdatei. Die Aufsichtsbehörde nennt Angebote ohne Erlaubnis unerlaubtes Glücksspiel und warnt ausdrücklich davor.
Was 1.000 € im Monat in Einsätzen bedeuten
Bevor die einzelnen Häuser drankommen, lohnt eine Rechnung, die die Grenze begreifbar macht — nicht als Zahl auf einem Schalter, sondern als Kostenfaktor.
Angenommen, ein Spielender setzt den Standardrahmen von 1.000 € einmal vollständig um, auf einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90. Aus den beiden Quoten ergibt sich ein Auszahlungsanteil des Marktes von rund 95,24 %, der Buchmacher behält also rund 4,76 % jedes eingesetzten Euro. Über 1.000 € Umsatz gerechnet liegt der erwartete Verlust damit bei etwa 48 € — eine Größenordnung, keine Punktlandung, denn sie gilt nur unter der Annahme, dass ausschließlich dieser eine Markt mit dieser Quote bespielt wird. Wer Quoten über 1,90 findet, senkt die Zahl; wer ein Kombinationsangebot oder einen Markt mit drei Ausgängen spielt, hebt sie, weil der Auszahlungsanteil solcher Märkte niedriger liegt. Der Betrag ist ein Durchschnitt über viele Wetten und sagt nichts über den Ausgang einer einzelnen Wette.
Das ist der eigentliche Vergleich, den die Suche nach einem Anbieter ohne LUGAS verdeckt. Der Ausweg nach draußen spart in dieser Rechnung überhaupt nichts: Die Marge kommt nicht aus der Aufsicht, sondern aus der Quote, und sie reist mit. Was der Ausweg ändert, ist nicht die 48 €, sondern die 1.000 €.
Ein Hinweis zu den Preisen auf dieser Seite
Konkrete Quoten und Margen stehen hier nur, wo sie der Beispielrechnung dienen und ausdrücklich als solche gekennzeichnet sind. Für einzelne Anbieter und einzelne Begegnungen werden auf dieser Seite keine Quoten genannt: Sie ändern sich täglich, und eine Zahl ohne Beobachtungszeitpunkt wäre für einen Vergleich wertlos. Wer Quoten vergleichen will, vergleicht sie am selben Tag, im selben Markt, für dieselbe Begegnung.
Was Spielende in der Limitdatei erwartet: Registrierung, Verifizierung, Alltag
Der Weg in ein lizenziertes Konto folgt einer Reihenfolge, die man kennen sollte, weil an jeder Station etwas hängt.
Am Anfang steht die Registrierung. Dabei wird das anbieterübergreifende Einzahlungslimit abgefragt — nicht optional, sondern Bestandteil des Vorgangs. Danach folgt die Verifizierung: Ausweis, Adresse, ein Konto auf den eigenen Namen. Vorher darf höchstens 72 Stunden lang gespielt werden, mit 100 € Einzahlungsgrenze und ohne Auszahlung.
Dann der Abgleich mit dem nationalen Sperrsystem, bei der Registrierung und bei jedem Login. Fällt der Abgleich positiv aus, endet der Vorgang dort. Es folgt die Anbindung an die Limitdatei: Einzahlungen werden gegen das persönliche Monatslimit geprüft und bei Überschreitung abgelehnt. Parallel dazu die Aktivitätsdatei, die paralleles Spielen bei mehreren Anbietern verhindert. Und schließlich die Auszahlung, die erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses erfolgt — ein Umstand, der bei Live-Wetten öfter überrascht als jedes Limit. Wo es hakt, hakt es meistens an Schritt zwei: Bei vielen Häusern beginnt die Verifizierung erst an der Kasse, und wer vorher spielt, spielt auf Zeit.
Ein zweites Missverständnis hält sich hartnäckig: die Annahme, ein Höherstufungsantrag lasse sich mit einem Formular erledigen. Für eine Anhebung über 1.000 € hinaus braucht der Anbieter einen nachweisbaren Beleg wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbsterklärung reicht nicht. Für die meisten Konten bleibt es deshalb bei der Standardgrenze — nicht, weil der Anbieter es so will, sondern weil er es so muss.
Wer sich fragt, ob er sein Limit überhaupt ausschöpft, stellt sich eine andere Frage: Wie viel setzt er an einem durchschnittlichen Samstag ein, und wie oft verliert er dabei die Übersicht? Genau für diesen Moment ist das Limit gedacht. Es greift, bevor die Zahl auf dem Kontoauszug steht.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge unten folgt der Prüfung, nicht einer Rangfolge. Sechs Häuser mit deutscher Erlaubnis zuerst, danach die vier Angebote ohne Erlaubnis, klar getrennt und jeweils als das gekennzeichnet, was sie sind.
ODDSET: die Konzession mit Regierungspräsidium-Herkunft
ODDSET führt die Whitelist der Aufsichtsbehörde für die Marke ODDSET, Erlaubnisinhaber ist die Oddset Sportwetten GmbH. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb mit Bescheid vom 15.12.2022, nach dem ersten Eintrag vom 18.11.2020. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder.
Interessant ist hier nicht das Datum, sondern die Erlaubnisart: Internet und stationärer Vertrieb in einem Bescheid, dazu ein Inkassobüro, das bei einem Sportwettenanbieter ungewöhnlich ist, weil Wetten nicht in Rechnung gestellt, sondern sofort bezahlt werden. Für einen Spielenden heißt das vor allem: Die Verifizierung läuft über einen Kontoinhaber, und Zahlungen gehen nicht an anonyme Stellen. Das ist der traditionelle Weg, mit allen Vorzügen und ohne jede Überraschung.
Wer ein Konto führt, das er im Alltag nicht versteckt, und wer Wert darauf legt, dass hinter dem Angebot eine gewachsene Struktur steht, ist hier richtig. Wer auf ein breites Live-Programm hofft, wird die Grenzen des zulässigen Sportwettprogramms spüren, die für dieses Haus genauso gelten wie für alle anderen lizenzierten.
Interwetten: maltesischer Inhaber, deutsches Limit
Auf der Whitelist steht für Interwetten die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta. Die erste Erlaubnis datiert auf den 02.11.2020, die Folgeerlaubnis auf den 27.12.2022.
Hier zeigt sich die Struktur des legalen deutschen Marktes in Reinform: maltesische Gesellschaft, deutsche Konzession, deutsche Aufsicht. Wer eine Firma mit Sitz in Malta sieht und daraus ableitet, hier gelte kein deutsches Limit, liegt falsch — die Limitdatei greift trotzdem, die Verifizierung greift trotzdem, die 1.000 € greifen trotzdem. Genau daran zeigt sich, wie wenig der Firmensitz über das Spielerlebnis aussagt. Auf welchen Zahlungswegen Einzahlungen und Auszahlungen laufen, regelt die Erlaubnis über die Pflicht zum eigenen Zahlungskonto; die einzelnen Marken legt das Haus in seinen Bedingungen fest.
Für Spielende, die Wert auf ein etabliertes Haus mit langjähriger Konzession legen, ist das eine saubere Lösung. Der Preis ist der Preis des Systems: Standardlimit, vollständige Verifizierung, keine anonymen Einzahlungen.
AdmiralBet: dichteste Erlaubniskette im Feld
Auf der Whitelist ist für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf einer separaten Domain besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.
Diese Trennung ist der Punkt, an dem Vergleichstabellen regelmäßig falsch werden. Die Automatenspiele-Erlaubnis ist eine eigene Konzession auf einer eigenen Domain — sie sagt nichts über das Sportwettenangebot und umgekehrt nichts über das Sportwettenangebot etwas über die Spielautomaten. Wer das verwechselt, hält ein Haus für breiter aufgestellt, als es im Sportwettenbereich ist, oder übersieht eine zweite Konzession, die sauber getrennt geführt wird.
Auffällig ist weniger die Zahl der Erlaubnisse als ihr Abstand: 2020, 2022, 2024 — wer so regelmäßig nachgenehmigt, zeigt einen geordneten Papierstand. Wer beide Angebote unter einer Marke nutzen will, findet hier die klarste Trennung, und wer im Sportwettenmarkt bleiben will, findet ein Haus mit stabilem Konzessionsverlauf. Der Nachteil ist derselbe wie überall im lizenzierten Feld: Standardlimit, Live-Markt-Grenzen.
bet-at-home: ältere Konzession, nüchterne Aufstellung
Für bet-at-home ist die Bet-at-home.com Internet Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022, dazu eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022.
Rein formal gehört bet-at-home damit zu den Häusern mit der längsten durchgehenden Konzessionskette im Feld: nahezu die gleiche Erteilungswoche wie Interwetten, dieselbe Nachgenehmigung Ende 2022. Wer nach Reputation auf dem Papier sortiert, landet hier weit oben. Wer nach Produktbreite sortiert, landet woanders, und das ist die zutreffendere Sortierung.
Für Spielende, die ein bekanntes Haus mit langer Konzessionshistorie suchen und die Grenzen des zulässigen Wettprogramms akzeptieren, ist das eine unauffällige, aber tragfähige Wahl. Die Erweiterung um virtuelle Automatenspiele ändert daran für Wetten auf Sport nichts.
Winamax: die französische Linie mit deutschem Bescheid
Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 08.12.2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.
Ein französischer Veranstalter mit deutscher Erlaubnis, vergeben nicht von der Aufsichtsbehörde selbst, sondern von der Darmstädter Behörde. Man kann das als Fußnote lesen. Man kann es auch als Hinweis darauf lesen, dass die Erlaubnisvergabe für Sportwetten mehrere Wege kennt, und dass ein Haus, das in mehreren Regulierungsregimen gleichzeitig arbeitet, sich bei keinem davon Ausnahmen leisten kann. Für den Spielenden ist der Unterschied praktisch null — die Anbindung an Limit- und Aktivitätsdatei gilt uneingeschränkt, die Verifizierungspflicht ebenfalls.
Wem eine ausländische, in mehreren Ländern lizenzierte Marke mit deutscher Konzession lieber ist als ein rein deutscher Anbieter, findet hier die passende Kombination. Wer hingegen Wert auf ein deutsches Impressum mit hiesiger Firmierung legt, findet sie in dieser Liste nur eingeschränkt.
Tipico: Erlaubnis mit laufendem Verfahren
Für Tipico führt die Whitelist die Tipico Co. Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Daneben steht der Name des Hauses in einem Verfahren, das die Whitelist nicht kennt.
Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Hier liegt die interessanteste Konstellation der ganzen Liste. Der Fall betrifft Wetten aus den Jahren 2013 bis 2018, also aus der Zeit vor der heutigen Erlaubnislage, und er richtet sich gegen ein Haus, das heute eine gültige deutsche Konzession hat. Das macht ihn für einen aktuellen Spieler nicht zu einem Grund zur Sorge, aber zu einem Grund zum Lesen: Es geht um die Frage, ob ein Anbieter ohne Konzession Verluste zurückzahlen muss. Wer heute bei einem Haus ohne Erlaubnis spielt, spielt auf einem Feld, das genau dieser Frage ausgesetzt ist. Zugesagt ist niemandem eine Rückzahlung.
Wer ein Haus mit langer Konzessionshistorie sucht, ist hier richtig. Wer die Rechtsprechung zu unerlaubten Sportwetten verfolgen will, findet in diesem Verfahren den aktuellen Stand, aber kein Versprechen.
22Bet: Sportsbook ohne deutschen Aufsichtsanschluss
22Bet führt auf der eigenen Webseite einen Sportwetten-Bereich („Sports“) mit Wetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen. Der Anbieter steht nicht auf der Whitelist der Aufsichtsbehörde, verfügt über keine deutsche Sportwettenerlaubnis und ist weder an das Selbstsperrsystem noch an LUGAS angebunden. Als Lizenz wird in dritter Hand Curaçao genannt, was für Deutschland ohne jede Bedeutung ist. Das Angebot ist unerlaubtes Glücksspiel.
Die Breite des Programms ist das eigentliche Argument dieser Seite, und sie ist zugleich ihr größtes Kostenrisiko. Ein Sportwettenbereich, der Biathlon, Baseball und Boxen nebeneinander führt, deckt Sportarten ab, die im deutschen Sportwettprogramm kaum vorkommen — wer auf Nischensportarten setzen will, findet hier ohne Frage mehr Auswahl als bei den sechs Häusern oberhalb. Nur kommt diese Auswahl aus einem Programm ohne Grenzen: kein 1.000-€-Limit, keine Live-Markt-Beschränkung, keine Verifizierungspflicht nach deutschen Regeln. Der Vorteil und der Nachteil sind dieselbe Eigenschaft.
Für Spielende, die gezielt Nischenmärkte suchen und die fehlende Aufsicht ausdrücklich in Kauf nehmen, ist das die Stelle im Feld, an der dieses Motiv bedient wird. Jeder andere findet im lizenzierten Teil der Liste dasselbe Produkt mit weniger Auswahl und mehr Schutz.
Playzilla: Live-Wetten ohne Sperrsystemanbindung
Playzilla bietet auf der eigenen Webseite einen Sportsbook-Bereich mit Live-Wetten und virtuellen Sportwetten an. Der Anbieter fehlt auf der Whitelist der Aufsichtsbehörde, besitzt keine deutsche Erlaubnis und ist an das Selbstsperrsystem und die Limitdatei nicht angebunden. Genannt wird in dritter Hand Curaçao, was hierzulande keine Wirkung hat. Das Angebot ist unerlaubtes Glücksspiel.
Live-Wetten sind das Produkt, das der lizenzierte deutsche Markt am stärksten eingeschränkt hat: während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Wer Live-Wetten während des Spiels liebt, merkt bei den sechs Häusern oberhalb schnell, wie eng das ist. Genau diese Lücke füllt Playzilla.
Man sollte den Preis benennen, der daran hängt. Beim Live-Wetten fällt die Entscheidung in Sekunden, und ein Spielsystem, das in Sekunden entscheidet, ist genau das, wovor eine Sperrdatei schützen soll. Wer sie nicht abfragt, hat hier weder eine Selbstsperre noch ein Limit, das den Tag beendet. Für Spielende, die sich das Live-Wetten bewusst zutrauen und ihre Grenzen ohne externes System halten, ist das ein Grund mehr, hier zu spielen; für alle anderen ist es der Grund, es nicht zu tun.
Boomerang Bet: eigene Sportwettenregeln und ein separates Regelwerk
Boomerang Bet bietet auf der eigenen Webseite Sportwetten mit den Bereichen „Sport“, „In-Play“, „Esports“ und „Top leagues“ an und veröffentlicht ein eigenes Dokument mit Sportwettenregeln. Der Anbieter steht nicht auf der Whitelist, hat keine deutsche Erlaubnis und keine Anbindung an Selbstsperrsystem oder Limitdatei; als Lizenz wird in dritter Hand Curaçao genannt, was in Deutschland nichts bewirkt. Das Angebot ist unerlaubtes Glücksspiel.
Das bemerkenswerteste Detail ist das Regelwerk selbst. Ein Sportwettenanbieter, der eigene Sportwettenregeln veröffentlicht, schafft ein Regelbuch für Streitfälle, in dem keine deutsche Stelle mitliest: Wer sich über die Auslegung einer Wette streiten will, streitet vor einem Schiedsverfahren des Anbieters oder gar nicht. Man darf das als Bemühen um Transparenz lesen — dokumentierte Regeln sind besser als undokumentierte —, aber ein eigenes Regelbuch ersetzt keine Aufsicht, und die Erwähnung von E-Sport macht die Sache nicht besser: Die Aufsichtsbehörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport in Deutschland nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist.
Für Spielende, die E-Sport-Märkte suchen, ist das der einzige Punkt im gesamten Feld, an dem so etwas überhaupt auftaucht. Das ist zugleich die klarste Illustration des ganzen Vergleichs: Was hier angeboten wird, darf drüben nicht angeboten werden.
Sportaza: Anjouan-Lizenz, in Deutschland bedeutungslos
Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan in der Union der Komoren lizenziert und reguliert zu sein, und nennt eine Lizenznummer. Der Anbieter steht nicht auf der Whitelist der Aufsichtsbehörde, hat keine deutsche Sportwettenerlaubnis und keine Anbindung an das Selbstsperrsystem oder die Limitdatei. Die genannte Lizenz hat für Deutschland keine Bedeutung. Das Angebot ist unerlaubtes Glücksspiel.
Anjouan ist der Endpunkt einer Reihe, die mit Curaçao beginnt und irgendwann bei einer Inselverwaltung endet, deren Aufsicht über ein deutsches Wettkonto sich nicht überprüfen lässt. Was man hier tatsächlich bekommt, ist keine Lizenz im hiesigen Sinn, sondern ein Stück Papier aus einer anderen Jurisdiktion: eine Angabe in der Fußzeile, die keine deutsche Wirkung entfaltet. Wenn die Fußzeile der einzige Ort ist, an dem eine Lizenz auftaucht, und wenn diese Fußzeile niemand prüfen kann, ist die Angabe nichts wert — sie ist Dekoration.
Wer ein Haus mit sichtbarerer Firmenstruktur sucht, wird hier nicht fündig. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, sollte wissen, dass er auf ein Angebot ohne Limit setzt und im Streitfall keine Stelle hat, die ihm hilft.
Fragen und Antworten zur Limitdatei und zur Anbieterwahl
Was ist LUGAS und welche Daten erfasst das System?
LUGAS ist das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem und besteht aus den Zentraldateien — Limit- und Aktivitätsdatei — sowie dem Auswertesystem der Safe-Server. Es erfasst die monatlichen Einzahlungen eines Spielenden über alle erlaubten Anbieter hinweg, zugeordnet über Pseudonyme; Klardaten werden dort nicht gespeichert. Verwaltet wird es seit dem 1. Januar 2023 von der Aufsichtsbehörde, technisch betrieben von der Dataport AöR.
Welche Anbieter haben keinen Anschluss an LUGAS und welchen Status haben sie in Deutschland?
Wer nicht angeschlossen ist, besitzt in aller Regel keine deutsche Sportwettenerlaubnis und steht entsprechend nicht auf der Whitelist der Aufsichtsbehörde. Solche Angebote sind in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel; eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan hat hier keine Bedeutung. Die Aufsichtsbehörde warnt ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.
Warum gilt bei erlaubten Anbietern ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat über alle hinweg?
Der Standardwert des Einzahlungslimits liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat und wird über die Limitdatei zusammengeführt, damit nicht jedes Haus für sich zählt. Ein Anbieter darf für einen Einzelnen nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit darüber hinausgehen; eine Selbsterklärung genügt nicht. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.
Verhindert LUGAS außer Limitüberschreitungen auch paralleles Spielen?
Ja. Die Aktivitätsdatei soll paralleles Spielen bei mehreren Anbietern verhindern, indem sie die gleichzeitige Nutzung mehrerer Konten erkennt. Zusammen mit der Limitdatei sorgt das dafür, dass ein Spielender sein Monatslimit nicht durch ein zweites Konto umgehen kann. Beide Dateien greifen ausschließlich bei angeschlossenen Anbietern.
Was verlieren Spielende bei einem Anbieter ohne Anbindung an Limitdatei und Sperrsystem?
Sie verlieren die gesamte Schutzstruktur: kein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, kein Abgleich mit dem nationalen Sperrsystem, keine deutsche Aufsicht und keine Stelle, an die sie sich im Streit wenden können. Höhere Limits sind möglich, aber niemand hindert sie am Weiterspielen. Die Sportwettensteuer und das Verbot unerlaubten Glücksspiels gelten auf solchen Seiten trotzdem.
Wie lässt sich über die Whitelist prüfen, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat?
Man sucht die Marke und findet den Erlaubnisinhaber, prüft die dort eingetragene Domain und die Art der Erlaubnis — Sportwetten, virtuelle Automatenspiele und Pferdewetten sind getrennte Konzessionen. Entscheidend ist, ob das eigene Konto bei der Registrierung nach einem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit fragt und ob Einzahlungen gegen eine Grenze geprüft werden. Fehlt beides, fehlt der Anschluss.
Lizenz – Wettanbieter mit Einzahlungsbonus
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