Tour de France Wetten in Deutschland: zehn erlaubte Anbieter und was jede Quote wirklich kostet

Updated Oktober 2026
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Die Tour de France 2026 ist gefahren. Tadej Pogačar hat sie am 26. Juli in Paris beendet, 3.245 Kilometer nach dem Grand Départ in Barcelona, und wer damals auf ihn gesetzt hat, hat sein Geld längst. Was von dieser Rundfahrt bleibt, ist kein Tipp, sondern eine Frage, die sich jedes Jahr im Juli neu stellt: Wo in Deutschland darf man überhaupt auf ein Radrennen wetten, und welcher Anbieter nimmt diese Wette zu Bedingungen an, die man vorher kennt?

Eine leere Landstraße schlängelt sich im Morgenlicht durch einen Gebirgspass, am Straßenrand liegt ein einzelnes Rennrad im Gras.
Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris statt und umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km.

Die Antwort beginnt nicht beim Bonus. Sie beginnt bei einer Liste.

30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die zehn geprüften Anbieter im Vergleich

Zehn Namen stehen im Folgenden, und alle zehn haben eines gemeinsam: Ihre Sportwetten-Erlaubnis für die jeweilige .de-Domain ist in der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder eingetragen. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner und gleichzeitig der wichtigste, weil er alles andere erst entscheidungsrelevant macht. Eine Quote von 2,10 auf den Etappensieger ist nur dann eine Quote, auf die man sich berufen kann, wenn der Veranstalter die Wette in Deutschland überhaupt anbieten darf.

Der Stand der Liste, den die folgenden Angaben spiegeln, ist der 2. Oktober 2026. Ein Erlaubnisdatum in dieser Tabelle ist kein Qualitätsurteil. Es sagt, seit wann ein Veranstalter im deutschen Markt zugelassen ist, und damit, seit wann er sich an das Sportwettprogramm, die Einzahlungsgrenze und die Sperrdatei halten muss. Ältere Daten stehen hier für Erfahrung im regulierten Betrieb, das jüngste für einen Neustart: bet3000 hat seine Erlaubnis erst am 22. April 2026 erhalten. Wer wissen will, wie ein Anbieter sich über Jahre verhält, liest aus dem Datum wenig. Wer wissen will, ob ein Bonus schon einmal ausgezahlt wurde, liest es gar nicht.

Anbieter Erlaubnisstand in der Whitelist Veranstalter der Sportwetten Sportwetten-Erlaubnis seit
ODDSET Sportwetten-Erlaubnis für Oddset.de eingetragen Odds et Sportwetten GmbH erste Erlaubnis 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro.de eingetragen Torro Tec Limited erste Erlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
Winamax Sportwetten-Erlaubnis für Winamax.de eingetragen WINAMAX (Société anonyme) erste Erlaubnis 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022
VBet Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de eingetragen SCGO Limited 05.12.2023
Sportingbet Sportwetten-Erlaubnis für Sportingbet.de eingetragen Sportingbet (Deutschland) Limited erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
Betano Sportwetten-Erlaubnis für Betano.de eingetragen Betkick Sportsbetting Limited erste Erlaubnis 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet eingetragen Greenvest Betting Limited erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
Betway Sportwetten-Erlaubnis für Betway.de eingetragen Betway Limited erste Erlaubnis 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
Bet3000 Sportwetten-Erlaubnis für Bet3000.de eingetragen I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Interwetten Sportwetten-Erlaubnis für Interwetten.de eingetragen Interwetten Gaming Limited erste Erlaubnis 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

Was diese Tabelle nicht zeigt, ist die Radsport-Kompetenz. Kein Erlaubnisdatum sagt, ob ein Anbieter überhaupt Etappenmärkte führt, ob er Trikotwertungen anbietet oder ob sein Live-Bereich während einer Bergankunft noch steht. Ein Veranstalter mit zehn Jahren deutscher Erlaubnis kann sein Wettprogramm auf Fußball zuschneiden und Radsport nur als Randnotiz führen; das ist kein Verstoß, es ist eine Sortimentsentscheidung. Deshalb steht in jedem Anbieterabschnitt im Kapitel *Wie sich die Anbieter untereinander unterscheiden*, was das jeweilige Haus selbst über sein Wettangebot sagt, und nicht nur, seit wann es dabei ist.

Ein zweiter Blick auf die Spalte der Veranstalter lohnt sich aus einem Grund, der selten erklärt wird. Fast alle Betreiber sitzen in Malta: Hillside (Europe) ENC in Ta’Xbiex steht für bet365 in der Whitelist, SCGO Limited in St. Julian’s für VBet, Interwetten Gaming Limited in Sliema. Der Sitz sagt nichts über die Erlaubnis. Die Erlaubnis ist an die Domain gebunden, die unter der Sportwetten-Konzession geführt wird, und nur diese Domain darf Sportwetten annehmen. Wer eine maltesische Adresse im Impressum findet, findet dort keinen Freibrief und auch keinen Makel, sondern die übliche Konstruktion eines europaweit tätigen Veranstalters, der in Deutschland zusätzlich um Erlaubnis gebeten hat.

Panorami der geprüften Sportwetten-Anbieter

Die zehn Häuser unterscheiden sich weniger darin, ob sie dürfen, als darin, was sie aus dem dürfen machen. ODDSET und Interwetten haben die längste Historie im regulierten deutschen Betrieb und entsprechend konservativ geschnittene Angebote. NEO.bet und Sportingbet teilen sich das Erstzulassungsdatum im Oktober 2020, gehen aber verschiedene Wege: der eine schlank und app-zentriert, der andere mit einem eigenen Konfigurator für Kombinationen. Betano und Betway haben sich über Produktfunktionen profiliert, nicht über den Preis. Winamax bewirbt sich mit einer Quotenstudie, bet3000 ist der jüngste Zugang im Feld und damit die einzige Position ohne belastbare Markthistorie.

Diese Einordnung ist keine Rangliste im Sinne einer Punktzahl. Sie ist die Antwort auf die Frage, die eine Ergebnisliste nicht beantwortet: Was folgt für den, der dort anfängt, wo ein Haus seine Stärke beansprucht?

Grundlagen: Was bei einem Radrennen überhaupt gewettet wird

Die Tour de France ist keine Partie, die nach neunzig Minuten endet. Sie dauert drei Wochen, zieht durch ein Land und manchmal durch zwei, und sie produziert dabei mehr entscheidbare Ereignisse als jede andere Sportart im deutschen Wettprogramm. Genau daraus entsteht die Breite der Märkte, und genau daran scheitern viele Radsport-Wetten, weil der Wettschein etwas anderes abbildet als das Rennen, über das man redet.

Ein Rennradlenker mit Bremshebeln im Nahbild, im Hintergrund unscharf eine sommerliche Hügellandschaft.
Die Tour de France wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern.

Die Veranstaltungsdaten stehen fest, das ist der erste Unterschied zu einem Ligabetrieb. Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 statt, mit Start in Barcelona und Ziel in Paris, 21 Etappen und 3.245 Kilometer insgesamt. Weil Radsport keinen fortlaufenden Spielplan kennt, ersetzt das Etappenprofil der Rundfahrt das, was in anderen Sportarten die Ansetzung ist: ein Zeitfahren, eine Bergankunft, eine Flachetappe für die Sprinter. Wer auf einen Etappensieger wettet, wettet nicht auf einen Formwert, sondern auf das Zusammenspiel aus Strecke, Wind und Teamtaktik.

Die Rundfahrt selbst hat eine Geschichte, die erklärt, warum ihre Wertungen so viel Gewicht haben. Gegründet wurde sie von der Sportzeitung „L’Auto“; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO). Die Teilnehmerzahl und die Länge haben sich seither mehrfach verschoben: Die kürzeste Tour 1903 war 2428 km lang, die längste 1926 mit 5745 km, und seit dem Dopingskandal von 1998 pendelt die Streckenlänge um rund 3500 km. Die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun; die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet.

Vier Trikots, vier Wettmärkte. Das gelbe Trikot steht für die Gesamtwertung, das grüne für die Punktewertung, das gepunktete für die Bergwertung, das weiße für die Nachwuchswertung. Die Gesamtwertung basiert auf den addierten Zeiten der Fahrer, und die Schlussetappe ist seit 1967 immer ein Sonntag. Die vier Wertungen sind deshalb getrennt handelbar, weil sie physikalisch getrennt entschieden werden: Ein Sprinter kann grün gewinnen und im Gesamtklassement unter ferner liefen landen, ein Kletterer kann gepunktet tragen und nie in Gelb fahren.

Die jüngste Ausgabe zeigt, wie sich diese Wertungen auseinanderbewegen. Die Tour de France 2026 gewann Tadej Pogačar im Trikot von UAE Team Emirates-XRG vor Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Isaac del Toro (UAE Team Emirates XRG). Die Punktewertung und damit das grüne Trikot holte Mads Pedersen (Lidl-Trek), die Bergwertung und das gepunktete Trikot ging an Richard Carapaz (EF Education-EasyPost). Drei verschiedene Fahrer, drei Ausgänge, ein Rennen. Wer eine Wette auf das grüne Trikot mit einer Wette auf den Gesamtsieg in dieselbe Kombination legt, tut nicht dasselbe doppelt, sondern koppelt zwei Ereignisse, die kaum noch zusammenhängen.

Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar, dessen fünfter Titel aus den Jahren 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026 stammt. Solche Zahlen sind das Grundrauschen jeder Berichterstattung im Juli. Für die Wette selbst zählen sie nur insofern, als sie erklären, warum die Gesamtwertung der liquideste Radsportmarkt überhaupt ist.

Live-Wetten: kleine Fenster, kleine Auswahl

Während einer Etappe laufen die Ereignisse schneller als die Auszahlung. Was in dieser Zeit zulässig ist, regelt der deutsche Glücksspielvertrag, nicht der Geschmack des Veranstalters, und das Ergebnis ist eng: Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Ein nächstes Tor im Fußball ist erlaubt, ein nächster Satz im Tennis auch, ein nächster Punkt im Tennis oder ein nächster Korb im Basketball nicht. Die Logik dahinter ist Manipulationsabwehr, und für Radsport bedeutet sie praktisch, dass sich Live-Wetten auf den Etappenausgang konzentrieren und nicht auf das, was in der nächsten Kurve passiert.

Wer live wettet, wettet also auf ein schmaleres Programm als gedacht. Das ist kein Mangel am Anbieter, sondern die Bedingung, unter der er in Deutschland überhaupt arbeiten darf. Und weil sich während einer Etappe Quoten so schnell bewegen wie das Feld im Wind, ist die Quote, die im Moment des Tippens auf dem Bildschirm stand, im Moment der Bestätigung oft nicht mehr dieselbe. Wer mit festen Vorstellungen an einen Live-Markt geht, verliert gegen die eigene Ungeduld, nicht gegen den Buchhalter.

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Bei einer dreiwöchigen Rundfahrt heißt das: Wer früh auf den Gesamtsieg setzt, bindet seinen Einsatz bis zum 26. Juli. Das ist der Preis dafür, dass die Quote stimmt.

Rechtslage: Wann eine Radsport-Wette in Deutschland trägt

Der Prüfstein ist die Whitelist. Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige Nachweis einer Erlaubnis, und der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei auch mit Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Jede eingetragene Domain dieser Inhaber ist eine .de-Domain. Eine .de-Domain allein beweist allerdings gar nichts; sie ist eine Domain, kein Nachweis. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die auf Grundlage des GlüStV 2021 arbeitet, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die Erlaubnis für Sportwetten im Internet erteilt (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und überwacht und Bußgelder verhängt (§ 28a). Die Wettsteuer liegt dagegen beim Finanzamt, nicht bei der Behörde.

Ein Schlüssel und ein Vorhängeschloss liegen auf einer Holzbank, im Hintergrund eine verschwommene Altstadtgasse.
Für bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Eine Erlaubnis ist nicht dasselbe wie eine Lizenz aus einem anderen Land. Ein Veranstalter mit einer Konzession aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat daraus in Deutschland nichts: Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis anzubieten, ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV, und die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor solchen Angeboten — am 17. September 2026 tat sie das mit einem Beispiel aus dem Casino-Bereich. Die Behörde setzt das über Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzsperren durch (§ 9). Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1); die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum, und wer dort ein Ablaufdatum sucht, sucht etwas, das es nicht gibt.

Was gewettet werden darf, ist ebenfalls geregelt. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse währenddessen, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1), und zwar nur in den Wettarten, die die Behörde zugelassen hat (Sportwettprogramm, § 21 Abs. 5). Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Aufsichtspraxis gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, ferner manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a) sowie Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse. E-Sport ist nach Feststellung der Behörde nicht bewettbar, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist.

Ein Sonderfall, der in jeder Radsport-Diskussion auftaucht: Cash Out. Eine gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Regelung dazu ließ sich nicht finden. Cash Out ist damit ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, mit den Bedingungen, die dieser selbst aufstellt, und nicht mit einem Schutz, den der Gesetzgeber versprochen hätte. Ein Wort zur Vorsicht ist hier keine Skepsis, sondern Genauigkeit.

Wettkämpfe bis vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 vertrat Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen (Rechtssache C-530/24, Tipico) die Auffassung, dass eine Rückzahlung verlorener Einsätze an unlizenzierte Anbieter grundsätzlich möglich sei, mit einer Ausnahme: wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Ein Anspruch ist damit niemandem versprochen, und wer heute bei einem nicht erlaubten Anbieter setzt, setzt auf ein Verfahren, dessen Ausgang er nicht kennt.

Strafrechtlich ist das organisierte Angebot nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielerinnen und Spieler sind nicht belegt. Weder ist das ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung.

Bleibt der Punkt, an dem sich die Entscheidung wirklich schließt. Ein erlaubter Anbieter bedeutet Rechtssicherheit und Spielerschutz, kostet aber die Einzahlungsgrenze, das eingeschränkte Live-Programm, die vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto. Ein nicht erlaubter bedeutet keine Sperrdatei, keine Limitdatei, keine deutsche Handhabe — und im Zweifel eine Wette, die vor Gericht mehr wert ist als auf dem Wettschein.

Der Weg zur Zulassung: was ein Erlaubnisdatum verschweigt

Für bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026). Dieses Beispiel zeigt, worauf man beim Lesen der Liste achten muss: Der Name in der Liste ist nicht der Name auf der Startseite. Wer die Erlaubnis prüfen will, sucht nicht die Marke, sondern den Veranstalter, und der steht in der Spalte, die die Behörde führt.

Die Prüfung ist in zwei Minuten erledigt und in zwei Minuten verpatzt. Auf der Liste stehen Domain und Inhaber. Ein Inhaber kann mehrere Erlaubnisse halten, für Sportwetten und für anderes. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Konzession geführt wird, darf Sportwetten annehmen; eine Slot-, Poker- oder Casino-Erlaubnis desselben Hauses ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und sagt über das Sportwettangebot nichts. Manche Häuser listen mehrere Domains, manche eine. Wer die falsche Zeile liest, liest die richtige Marke mit der falschen Erlaubnis.

Der zweite Teil der Prüfung ist unangenehmer, weil er nicht auf einer Liste steht. Eine Whitelist sagt, wer darf. Sie sagt nicht, wer gut ist. Zwischen einem Veranstalter, der seine Erlaubnis nutzt, um ein ordentliches Radsport-Programm zu betreiben, und einem, der sie nutzt, um ein Fußballgeschäft mit Radsport als Dekoration zu betreiben, unterscheidet die Liste nicht. Diese Unterscheidung kostet Zeit, und sie ist der eigentliche Grund, warum ein Vergleich wie dieser überhaupt existiert.

Verantwortung: Was drei Wochen Rennen mit einem Konto machen

Die Tour dauert 21 Etappen in 23 Tagen. Kein anderes Ereignis im deutschen Wettkalender produziert so viele Einzelentscheidungen in so kurzer Zeit, und genau darin liegt die Gefahr, die nichts mit einer einzelnen Wette zu tun hat. Es ist nicht der eine große Einsatz. Es ist die Routine: jeden Nachmittag ein Schein, jeden Abend ein Schein, und am 26. Juli ein Konto, dessen Verlauf man nicht mehr überblickt.

Der Gesetzgeber hat darauf mit Werkzeugen geantwortet, die man kennen sollte, bevor man sie braucht. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, darf für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einer Spanne von 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielerinnen und Spieler — und zwar nur gegen einen nachweisbaren Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Diese Asymmetrie ist Absicht: Es soll leichter sein, sich zu bremsen, als sich zu beschleunigen.

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Person einen Zeitraum nennt, andernfalls mindestens ein Jahr. Wer sie nutzt, sperrt sich nicht bei einem Anbieter, sondern bundesweit. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Und was die Grenze der eigenen Reichweite betrifft: Offshore-Angebote sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Die Werkzeuge, die einen schützen sollen, existieren dort schlicht nicht.

Ein Punkt, der in der Werbung nie vorkommt: die parallele Teilnahme an mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei untersagt. Wer also glaubt, mit drei Konten das Monatslimit zu verdreifachen, irrt sich nicht nur moralisch, sondern rechtlich. Das Limit folgt der Person, nicht dem Konto.

Der Zugang selbst ist ebenfalls geregelt. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter gilt ein Konto, und es gilt die vollständige Verifizierung (§ 6a); vor abgeschlossener Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einer Einzahlungsgrenze von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist während einer Rundfahrt ein relevanter Zeitraum: Wer am ersten Tour-Samstag ein Konto eröffnet und am dritten Tag gewinnt, kann sein Geld erst sehen, wenn die Prüfung durch ist.

Bezahlt wird nach § 6b Abs. 4 GlüStV ausschließlich von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwettmarkt heraushält — nicht eine Geschäftsentscheidung der Anbieter, sondern eine Bedingung ihrer Erlaubnis. Guthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Wenn es ernst wird, sind die Anlaufstellen nicht der Anbieter. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert unter ihrem bekannten Beratungsangebot zur Glücksspielsucht, die Landeskoordinierungsstellen beraten regional, und die anonyme Telefonberatung der BZgA ist rund um die Uhr erreichbar. Diese Angebote stehen außerhalb jeder Wettentscheidung, und wer sie braucht, braucht sie unabhängig davon, ob er gerade gesetzt hat.

Quoten und Wettarten: was in der Quote schon abgezogen ist

Eine Quote ist kein Preis für ein Ereignis. Sie ist ein Preis für ein Ereignis minus einer Gebühr, die niemand auf den Wettschein schreibt. Das ist die eine Sache, die jeder kennen sollte, der im Juli auf eine Bergankunft setzt, und es ist die Sache, über die am wenigsten gesprochen wird.

Nehmen wir einen Markt, der in Wirklichkeit aus zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen besteht: Quote 1,90 auf der einen Seite, 1,90 auf der anderen. Das ist kein abgeschriebener Kurs von irgendeinem Anbieter, sondern das Rechenbeispiel, an dem sich die Mechanik zeigt. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte beider Quoten. Bei 1,90 und 1,90 liegt diese Summe bei rund 1,053, der Kehrwert also bei etwa 95 %. Der Anteil, den der Buchhalter behält, ist die Differenz zu 100 % — hier etwa 5 %.

Fünf Prozent klingt nach wenig, und es ist auch wenig, verglichen mit dem, was Radsportmärkte in der Praxis kosten. Genau deshalb ist die Zahl als Band zu lesen und nicht als Satz. Bei einem Zweiwegemarkt mit zwei gleich hohen Quoten liegt die Marge typischerweise im niedrigen einstelligen Bereich, irgendwo zwischen etwa drei und sieben Prozent. Sie wächst mit jedem weiteren Ausgang, den ein Markt hat: Ein Zweiwgemarkt bleibt billig, ein Siegermarkt mit fünfzehn Fahrern ist strukturell teuer, weil der Buchhalter bei jedem zusätzlichen Ausgang einen zusätzlichen Anteil einpreisen muss.

Wie schnell das geht, zeigt die Rechnung für einen Ausgang mit fünf Kandidaten. Setzt man fünf gleiche Quoten von 4,50 an, liegt die Auszahlungsquote bei etwa 90 % und die Marge bei rund 10 %. Bei zehn gleich hohen Quoten von 9,00 sinkt sie auf etwa 90 % ebenfalls — die entscheidende Größe ist nicht die Zahl der Fahrer, sondern die Summe der Kehrwerte aller angebotenen Quoten. Deshalb ist der Vergleich zweier Anbieter über die Marge eines Siegermarkts aussagekräftiger als der Vergleich einzelner Quoten: Ein Haus mit einer herausragenden Quote auf den Topfavoriten kann im selben Markt bei den Außenseitern am teuersten sein.

Und dann ist da die Sache mit der Steuer. Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der abzüglich der Steuer gezahlt wird“ (§§ 17, 18) — das entspricht rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht von der Person, die sie abschließt (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet er selbst, und nur seine eigenen Bedingungen sagen, wie er damit umgeht. Man darf aber festhalten: Sie ist kein „5,3 % des Einsatzes“, wie es im Internet oft steht, weil die Bemessungsgrundlage den Einsatz abzüglich der Steuer meint. Nebenbei bemerkt zahlt auch ein nicht erlaubter Anbieter diese Steuer — wer sie bezahlt, hat damit noch keine Erlaubnis nachgewiesen.

Bleiben die Steuern des Gewinners. Dazu ließ sich auf Primärebene nichts Belastbares finden; hier hilft der Steuerberater und nicht die Wettseite. Wer eine größere Summe gewinnt, sollte diese Frage vor der Auszahlung klären und nicht danach.

Die Wettarten selbst folgen dem Rennen. Einzelwetten und Kombinationswetten sind die Grundformen (§ 21 Abs. 1), dazu kommen Systemwetten als Bündel mehrerer Kombinationen. Der Gesamtsieg ist die liquideste Radsportwette; die Etappenwertung folgt dahinter, weil sie täglich entschieden wird; Trikotwertungen liegen in der Liquidität darunter, weil sie erst nach drei Wochen feststehen. Bei Duell-Wetten, also dem direkten Vergleich zweier Fahrer in einer Etappe, kommt die Teamtaktik hinzu: Wer für das Klassement fährt, gibt auf einer Flachetappe manchmal auf, und der Vergleich verliert dadurch an Aussagekraft, die die Quote nicht kennt.

Rundfahrt, Strecke und Wertungen: Warum der Kalender den Markt regelt

Radwetten sind stärker vom Format abhängig als fast jede andere Sportwette. Das Format der Tour besteht meist aus zwanzig Etappen nach dem Grand Départ, dazu ein Prolog als Eröffnungszeitfahren. Der Grand Départ liegt jedes Jahr in einer anderen Region oder einem anderen Land: 2026 in Barcelona. Die Streckenlänge liegt seit dem Dopingskandal von 1998 bei rund 3500 km. Die kürzeste Austragung war 1903 mit 2428 km, die längste 1926 mit 5745 km. Wer eine Etappe mit einer Bergwertung höherer Kategorie vergleicht mit einem Flachstück hat damit zwei völlig verschiedene Märkte, und der Anbieter preist sie auch verschieden ein.

Die Austragungsdaten regeln die Frage, die jeden Juli im Netz steht: Lässt sich darauf noch wetten? Nein, nicht mehr. Die Tour 2026 ist am 26. Juli in Paris beendet worden. Gewinne auf Gesamtsieg, Etappensieg oder Trikotwertung sind ausgezahlt. Wer heute auf das Radsportjahr setzt, setzt auf die Rundfahrten, die danach kommen. Die nächste Tour folgt 2027, ihre Strecke steht noch nicht fest.

Das Teamfeld ist seit 2018 auf acht Fahrer pro Mannschaft reduziert, bis 2017 waren es neun; die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet. Acht statt neun Fahrer verändern jede Bergankunft, weil weniger Helfer die Lücke zur Spitzengruppe schließen können. Das ist kein Detail für Fans, sondern eine Verschiebung in der Vorhersagbarkeit: Ein Ausreißer kommt leichter durch, und der Etappensieger wird damit seltener zur Titelfrage.

Die Wertungen sorgen dafür, dass ein Rennen drei oder vier handelbare Geschichten hat. Die Gesamtwertung addiert Zeiten, das grüne Trikot zählt Punkte, das gepunktete Bergtrikot zählt Bergpunkte, und das weiße Trikot gehört dem besten Nachwuchsfahrer. Bei der Tour 2026 fielen diese Geschichten auseinander: Pogačar gewann vor Evenepoel und del Toro, Pedersen holte grün, Carapaz gepunktet. Aus dieser Streuung entstehen die interessanten Kombinationen und die interessanten Fehler.

Und dann ist da der Rekord, der jede Ausgabe zu einem Vergleich mit fünf Namen macht. Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar stehen bei fünf Gesamtsiegen, Pogačar seit 2026. Solche Bestenlisten verschieben die Aufmerksamkeit und damit die Liquidität im Gesamtsiegermarkt. Sie verändern keine Wahrscheinlichkeit.

Wie sich die Anbieter untereinander unterscheiden

An dieser Stelle verlässt die Betrachtung die allgemeine Ebene und geht zu dem, was die einzelnen Häuser über ihr eigenes Angebot sagen. Die Reihenfolge ist eine redaktionelle Setzung und keine Rangfolge, und kein Abschnitt behauptet, ein Anbieter sei der beste; jeder Abschnitt sagt, was ein Haus nach eigenen Bedingungen tut und was das für den bedeutet, der dort ein Konto führt.

ODDSET: staatliche Herkunft, ruhiger Betrieb

ODDSET ist die älteste Adresse im Feld. Die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 an die ODDSET Sportwetten GmbH; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale). In der Whitelist steht eine erste Erlaubnis vom 18.11.2020 mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Ein Haus mit dieser Herkunft hat keinen Grund, sich über Produktfunktionen zu profilieren. Was es hat, ist Vertrautheit: eine Marke, die seit Jahrzehnten am Markt ist, mit einem eher nüchternen Webprogramm und ohne das Pathos der Neukundenjagd. Für jemanden, der seine erste Radsport-Wette überhaupt platziert und den Wettschein einmal in Ruhe erklärt haben will, ist das kein Nachteil.

Wer maximale Quotensuche oder ein Live-Programm mit Dutzenden laufenden Märkten erwartet, wird hier nicht fündig. Der Vorteil staatlicher Herkunft ist keine Quote, sondern ein Betrieb, der nicht jeden Sommer neu erfindet, wie ein Bonus zu funktionieren hat. Das ist die Art Beständigkeit, die man erst zu schätzen weiß, wenn die dritte Bedingung desselben Neukundenangebots sich beim Lesen widerspricht.

Tiptorro: die App als erstes Produkt

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten; das Unternehmen bezeichnet sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. In der Whitelist steht die Erlaubnis mit Erstdatum 30.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Die Selbstbeschreibung als App-Unternehmen ist der eigentliche Hinweis auf den Charakter dieses Hauses. Ein Anbieter, der von einer Anwendung aus denkt und nicht von einer Website, baut seinen Wettschein anders: weniger Spalten, weniger Daten, mehr Tap-Fläche. Für schnelle Einzelwetten auf einen Etappensieger während einer laufenden Übertragung ist das eine Erleichterung. Für die systematische Beschäftigung mit einem Siegermarkt, in dem man fünfzehn Quoten vergleichen will, ist es ein Hindernis.

Wer die App als erste Wahl hat, sollte einmal prüfen, was passiert, wenn die App streikt. Ein Wettschein, der nur im Telefon existiert, wird zum Problem, wenn das Telefon im Zug bei einer Bergankunft das Netz verliert. Kein Anbieter garantiert, dass die Übertragung hält, wo der Empfang endet.

Winamax: eine Quotenschlacht mit Fußnote

Winamax bewirbt sich im Footer seiner Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Diese Aussage stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball im Zeitraum vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. In der Whitelist steht die Erlaubnis mit Erstdatum 29.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 08.12.2022.

Das ist ein Paradebeispiel für Marketing, das die Marge nicht erwähnt. Selbst die günstigste Quote in einem Zweiwgemarkt ist eine Quote mit Abzug; ein weiterer Anbieter mit derselben Quote ist nicht der Wette wert, ein weiterer mit drei Cent weniger schon. Die beworbene „0 % Wettsteuer“ ist keine vom Gesetz erlassene Steuer, sondern eine Zusage des Anbieters, die 5,3 % nicht an die Kundschaft weiterzugeben. Das kann er tun. Es ist ein Hausentscheid, nicht eine Regel, die auch das Nachbarangebot bindet.

Interessant ist die Fußnote der Studie: Sie betrachtet drei Sportarten, und Radsport ist nicht darunter. Wer eine Aussage über Quoten liest, sollte immer wissen, worüber sie gemacht wurde. Eine Quote im Gesamtsiegermarkt einer Rundfahrt folgt einer anderen Preisdynamik als eine Quote in einem Fußballspiel.

VBet: maltesische Betreiberin, junge deutsche Erlaubnis

Veranstalterin der Sportwetten unter VBet ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s auf Malta; die Erlaubnis für die deutsche Sportwetten-Domain verzeichnet die Behörde seit dem 5. Dezember 2023.

VBet ist damit der zweitjüngste Zugang im Feld, und das erklärt die Struktur des Angebots, das stärker international ausgerichtet ist und die deutschen Rahmenbedingungen als zusätzliche Auflage trägt statt als Ausgangspunkt. Für eine Kundin im deutschen Markt ändert das nichts an der Erlaubnis, aber einiges an der Selbstdarstellung: Weniger deutsche Ausrichtung heißt oft weniger deutschsprachige Erklärstücke und mehr Marktvielfalt.

Ein Konto hier lohnt den Blick auf die Auszahlungswege, weil ein Betreiber mit Sitz auf Malta die Zahlungsabwicklung anders zuschneidet als ein Haus mit deutscher Verwurzelung. Die Erlaubnis garantiert die Zahlung vom eigenen Konto — nicht die Geschwindigkeit danach.

Sportingbet: Konfigurator statt Sortimentsliste

Sportingbet bietet im Wettangebot einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten an; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. In der Whitelist steht die Erlaubnis mit Erstdatum 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.

Man sollte genau lesen, was in einer solchen Aufzählung steht, und was nicht. Radsport erscheint in der Selbstbeschreibung des Sportartenportfolios nicht, und sieben Namen sind keine acht. Ein Haus kann einen Markt trotzdem führen, ohne ihn in der Produktübersicht zu erwähnen; für die Planung einer dreiwöchigen Rundfahrt zählt aber nur, was am Tag der Etappe tatsächlich im Wettprogramm steht.

Der Konfigurator ist das interessantere Produkt dieser Marke, weil er Kombinationen über mehrere Partien hinweg zusammenstellt. Bei der Tour nutzt das wenig. Bei einem Samstag mit drei Wettbewerben parallel schon.

Betano: Produktfunktionen als Markenkern

Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt unter anderem Bet Builder, mit dem sich mehrere Märkte eines Spiels kombinieren lassen, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. In der Whitelist steht die Erlaubnis mit Erstdatum 19.02.2021 und Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.

Betano positioniert sich über Funktionalität, und das ist bei einem Anbieter mit dieser Erlaubnishistorie eine bewusste Entscheidung. Bet Builder und Cash Out sind Werkzeuge, die eine Wette während ihres Verlaufs veränderbar machen. Für Radsport sind sie begrenzt nützlich: Ein Cash Out mitten in einer Bergankunft setzt dieselbe Markttiefe voraus, die während einer Etappe naturgemäß dünn ist.

Wer Cash Out regelmäßig nutzt, sollte wissen, dass es sich um eine Funktion des Anbieters handelt und um nichts anderes. Es gibt keine gesetzliche Regel, die einen Rückkauf garantiert oder einen Preis dafür vorschreibt. Der Preis entsteht im Moment des Anklickens, und er ist nie der faire Wert der Wette.

NEO.bet: schlanker Betrieb, alte Zulassung

Für NEO.bet ist in der Whitelist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.

Das Erlaubnisdatum stellt dieses Haus in die erste Generation des regulierten deutschen Marktes, und das ist bei einem Anbieter mit einem aufgeräumten, app-nahen Auftritt eine ungewöhnliche Kombination. Wer eine Erlaubnis aus dem ersten Jahr des GlüStV hat, hat die Umstellung auf LUGAS und OASIS aktiv mitgemacht; das ist kein Marketingargument, aber es ist ein Betriebsmerkmal.

Für einen Vergleich konkreter Radsportmärkte geben die Selbstbeschreibungen hier wenig her. Wer dort anfängt, sollte die erste Etappe als Test nutzen: erst sehen, welche Märkte das Programm tatsächlich führt, dann den Einsatz erhöhen.

Betway: Cash Out im Wettverlauf

Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“, der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele; der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. In der Whitelist steht die Erlaubnis mit Erstdatum 09.03.2021 und Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Die Teilauszahlung ist der interessantere Teil dieses Angebots, weil sie eine Wette in zwei Wetten zerlegt: einen realisierten Gewinn und ein Restrisiko, das weiterläuft. Man kann sich also einen Teil einer Gesamtsieg-Wette nach der ersten Bergankunft auszahlen lassen und den Rest bis Paris behalten. Das ist eine legitime Strategie und gleichzeitig eine, bei der der Buchhalter seinen Anteil zweimal nimmt, einmal beim Verkauf und einmal beim Verkauf der Wette.

Für die meisten Kundinnen und Kunden bleibt Cash Out ein Werkzeug zur Beruhigung der Nerven. Der Preis dafür steht nirgends auf dem Wettschein.

Bet3000: der Neuling im Feld

Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000.de führt die Behörde die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in den Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, Sliema auf Malta; die Erlaubnis für die deutsche Domain ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Dieses Datum ist die wichtigste Angabe in diesem Abschnitt. Wer im April 2026 zugelassen wurde, hat noch keine Tour de France unter deutscher Erlaubnis abgewickelt, möglicherweise noch keine Wintersaison und keine Fußball-Europameisterschaft. Für die Bewertung bedeutet das nicht, dass das Haus etwas falsch macht, sondern dass es nichts gibt, woraus man schließen könnte, wie es sich verhält, wenn eine Bergankunft wegen eines Sturzes unterbrochen wird und tausende Wetten gleichzeitig storniert werden müssen.

Wer bei einem jungen Anbieter anfängt, tut gut daran, mit kleineren Einsätzen die Auszahlungspraxis zu prüfen, bevor er sich festlegt. Ein Erstzulassungsdatum ist ein Anfang, kein Vertrauensbeweis.

Interwetten: lange Historie, eigenes Tempo

Als Anbieter der deutschen Sportwetten-Domain führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema auf Malta. Die Erlaubnis läuft dort mit Erstdatum 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Interwetten ist im Feld der Anbieter der zweitältesten Zulassung und hat im deutschen Markt dieselbe Rolle wie ODDSET, ohne dessen staatliche Herkunft: ein Betrieb, der nicht über Produktgimmicks kommuniziert und seine Stabilität aus der Zeit zieht, in der er tätig ist. Das ist für Wetten auf eine Rundfahrt nicht unwichtig, weil dort drei Wochen lang jeden Tag Geld auf dem Spiel steht.

Wer einen Test sucht, wie zuverlässig ein Anbieter mit einem Ergebnis umgeht, findet hier einen Kandidaten mit Erfahrung. Wer das maximale Wettprogramm sucht, sucht anderswo weiter.

Panorami für die Auswahl in drei Wochen Juli

Am Ende bleibt eine Beobachtung, die mehr über Anbieter sagt als jede Punktzahl: Die Days of the Tour zwingen jede Buchhaltung eines Buchmachers zu einem Tempotest. Ein Betreiber kann ein ganzes Jahr mit Fußball und Tennis gut leben und im Juli plötzlich 21 Tage lang Radsport mit hunderten Einzelmärkten abwickeln müssen, teils über Nacht, teils mit Etappen in anderen Zeitzonen. Ob ein Haus dafür gebaut ist, zeigt sich nicht am Willkommensangebot.

Wer nach einem ruhigen Juli sucht, in dem der Wettschein nicht zur Gewohnheit wird, sollte die Reihenfolge anders lesen als ich: erst das Einzahlungslimit einstellen, dann den Anbieter wählen. Das Limit ist die einzige Größe in diesem Feld, die der Kunde kontrolliert.

Häufige Fragen zu Wetten auf die Tour de France

Bei Inhabern einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis. Der maßgebliche Nachweis ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder; sie ist an die Domain gebunden, die unter der Sportwetten-Konzession steht. Angebote mit einer Konzession aus Curaçao, Anjouan oder Malta haben in Deutschland keine Zulassung, unabhängig davon, wie ihre eigene Lizenz sonst aussieht.

Welche Wettarten bietet die Tour de France, etwa Gesamtsieg, Etappensieg oder Trikotwertung?

Zulässig sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorgänge während des Ereignisses, jeweils als Einzel- oder Kombinationswette, in den von der Behörde zugelassenen Wettarten. Üblich sind Gesamtsieg, Etappensieg, Punkte- und Bergwertung sowie Fahrerduelle.

Die Tour de France 2026 ist gefahren — kann man darauf noch wetten?

Nein. Die Rundfahrt endete am 26. Juli in Paris, Gewinne auf die Wertungen sind ausgezahlt. Die nächste Tour findet 2027 statt; weil Radsport keinen Spielplan über einen längeren Zeitraum kennt, tritt die Streckenführung des jeweiligen Jahres an die Stelle der Ansetzung.

Welche Livewetten sind während einer laufenden Etappe erlaubt?

Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente zulässig, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball sind ausgeschlossen; bei Radrennen bleibt damit im Wesentlichen der Etappenausgang.

Wie hoch ist die Auszahlung einer Gesamtsieg-Wette, und was zieht die Quote ab?

Die Auszahlung ist Einsatz mal Quote: 10 € auf Quote 2,10 ergeben 21 € zurück, davon 11 € Gewinn. Die Quote selbst enthält bereits den Buchhalteranteil. In einem Markt mit zwei gleichen Quoten von 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge also nahe 5 %; bei fünf gleich hohen Quoten von 4,50 sind es etwa 90 % Auszahlungsquote und rund 10 % Marge.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Radsportwetten aus?

Die Steuer wird auf den Einsatz abzüglich der Steuer erhoben und beläuft sich damit auf rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet ist sie vom Veranstalter, nicht von der Person, die wettet. Ob und wie er sie an die Kundschaft weitergibt, ist seine Entscheidung und steht nur in seinen eigenen Bedingungen.

Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter mit Einzahlungsbonus»